Berlin - Die Bundesschülerkonferenz warnt vor gravierenden Folgen bei Problemen mit dem Fernunterricht. „Bund und Länder müssen jetzt Geld in die Hand nehmen und Serverkapazitäten massiv ausbauen. Sonst enden diese Wochen in einem Desaster“, sagte Generalsekretär Dario Schramm der Deutschen Presse-Agentur.

Die Art und Weise, wie der Unterricht momentan gestaltet werde, hänge sehr stark vom Lehrer ab, sagte Schram zur Frage, inwieweit zum Beispiel Videokonferenzen stattfinden und was Aufgabenumfang und Unterstützungsangebote betrifft. Lehrkräfte gäben in einer überwältigenden Mehrheit aber ihr Bestes. „Wie sollen sie auch den ‚perfekten‘ digitalen Unterricht auf die Beine stellen, so ganz ohne vernünftige Fortbildungen und eine funktionierende Technik?“

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, warnte vor Pauschalurteilen. Angesichts von mehr als 10 Millionen Schülern und 40.000 Schulen dürfe bei durchaus im Einzelfall berechtigten Klagen nicht ein Eindruck entstehen, der nicht repräsentativ sei, sagte er der dpa. „Mein Eindruck ist, dass es insgesamt besser läuft als im Frühjahr - auch weil inzwischen viele, aber leider bei weitem noch nicht alle Leihgeräte an Kinder ausgegeben worden sind, die bislang zu Hause keinen tastaturfähigen Computer nutzen konnten“.

Mitte Dezember war der Präsenzbetrieb an den Schulen in Deutschland wegen der hohen Corona-Zahlen heruntergefahren worden. Immer wieder gibt es seitdem Meldungen oder Beschwerden von Schülern oder Eltern über Aussetzer bei Lernplattformen und andere Probleme beim sogenannten Distanzunterricht - etwa, dass Schüler Aufgaben bekämen und diese dann ohne großen Kontakt zur Lehrkraft alleine abarbeiten müssten.