Berlin - Der Alltag unter Corona-Bedingungen ist für Schüler nach Angaben des Generalsekretärs der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, eine Belastungsprobe in vielerlei Hinsicht. „Der Tag wird von morgens beim Aufstehen bis abends beim Einschlafen von Corona dominiert, ein Entfliehen ist fast unmöglich“, sagte Schramm der Deutschen Presse-Agentur.

An der Schule gehe es nur noch darum, wie der Unterrichtsinhalt am besten unter den Corona-Regeln vermittelt und wie die Regeln am besten eingehalten werden könnten. Auch nach der Schule ziehe sich das Thema wie ein roter Faden durch den Tag. So müssten Treffen mit Freunden oder der gemeinsame Sport ausfallen. „Das ist gerade aus sozialer Sicht wirklich bedrückend für uns junge Menschen.“

Schülervertreter fordern einheitliche Regeln

Der 20-Jährige besucht die 13. Klasse einer Integrierten Gesamtschule in der Nähe von Köln. Die Corona-Ausnahmesituation wird seiner Ansicht nach bei allen Schülerinnen und Schülern Auswirkungen auf den späteren Karriereweg haben. „Jeder Schüler trägt sein eigenes Päckchen aus dieser Zeit heraus!“ Besonders benachteiligt seien aber Mitschüler, die sich beispielsweise ihr Zimmer mit Geschwistern teilen müssten oder die keinen Internetzugang hätten.

Auch mit Blick auf die anstehenden Abschlussprüfungen mache er sich Gedanken, gerade beim Abitur, sagte Schramm. Er forderte eine einheitliche Regelung für das Schuljahr. Die Politik müsse jetzt an die Zukunft denken und eine zufriedenstellende Lösung für alle Abschlussjahrgänge in Deutschland vorlegen.

Grundsätzlich stimmt der Generalsekretär des Bundesschülerkonferenz den Kultusministern zwar zu, dass die Schulen möglichst offen gehalten werden sollten. Präsenzunterricht sei mit Blick auf die Qualität unabdingbar. Dennoch dürfe die Frage des Wechselunterrichts keine reine Frage der Bildung sein, sondern müsse dringend auch unter den Gesichtspunkten der Gesundheit betrachtet werden. „Daher ist der Wechselunterricht in vielen Hotspots unausweichlich und sollte dort auch umgesetzt werden. Schüler sind zunehmend verunsicherter.“