Schulausfall in Berlin: Rund 2500 Lehrer streiken

Die Lehrkräfte fordern kleinere Klassen, was  für sie eine geringere Arbeitsbelastung bedeuten würde. 

Teilnehmende der Demonstration der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bei der Kundgebung vor dem Brandenburger Tor.
Teilnehmende der Demonstration der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bei der Kundgebung vor dem Brandenburger Tor.dpa/Monika Skolimowska

Berlin-Für etliche Berliner Schülerinnen und Schüler dürfte der gewohnte Unterricht am Freitag ausgefallen sein. Nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) beteiligten sich rund 2500 Lehrkräfte an einem ganztägigen Warnstreik – die Bildungsverwaltung sprach von 2150 Streikenden.

Mit dem Aktionstag wollte die GEW ihre Forderung nach kleineren Klassen und einem entsprechenden Tarifvertrag untermauern. Kleinere Klassen würden nach Einschätzung der Gewerkschaft eine geringere Arbeitsbelastung für Lehrerinnen und Lehrer bedeuten und hätten damit einen besseren Gesundheitsschutz zur Folge. Auch die Kinder und Jugendlichen würden davon profitieren.

Ob es für kleinere Klassen genug Lehrer gäbe, ist unklar

Die Gewerkschaft trägt ihr Anliegen schon seit mehr als einem Jahr vor und organisierte den inzwischen sechsten Warnstreik dazu. Der Senat verweist darauf, dass Berlin - wie alle anderen Bundesländer außer Hessen - der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) angehört. Ohne Zustimmung der Tarifgemeinschaft könne Berlin daher keine Tarifverhandlungen über die Klassengröße aufnehmen. Die TdL lehne solche Verhandlungen ab.

In Berlin gibt es rund 34.000 Lehrer. Viele davon sind Angestellte und dürfen anders als Beamte streiken. Offen ist, ob es für kleinere Klassen überhaupt genügend Lehrkräfte gäbe, denn an den Schulen herrscht Lehrermangel.