In Brandenburg müssen Schüler und Lehrer in Innenräumen Mund und Nase bedecken - außer im Unterricht (Symbolbild).
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PotsdamDas brandenburgische Bildungsministerium hat einen Schulleiter vorläufig des Dienstes enthoben, der sich nicht an die Maskenpflicht in seiner Schule halten wollte. Der Mann hatte vergangene Woche in einem Brief an Eltern mitgeteilt, dass er sich nicht an die entsprechende Vorgabe halten werde.

Außerdem habe er laut Ministerium vor Mitarbeitern des Schulamtes erklärt, dass er sich an die Weisung seines Dienstvorgesetzten nicht gebunden und sich seinem Eid als Beamter nicht mehr verpflichtet fühle. Gegen den Mann ist ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Die Dienstgeschäfte hat vorübergehend die stellvertretende Schulleiterin übernommen.

Eine am 11. August von der Brandenburger Landesregierung verabschiedete aktualisierte Verordnung sieht vor, dass in Innenräumen von Schulen eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen ist. Eine Ausnahme gibt es für den Unterricht in den Klassenräumen.

Am Montag demonstrierten mehrere Dutzend Menschen vor der Grundschule gegen die Suspendierung des Schulleiters. Weil die Kundgebung nicht angemeldet gewesen sei, habe die Polizei am Montag Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz aufgenommen, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion West.

Der Städte- und Gemeindebund sprach von einem Einzelfall. Der Verband appellierte aber an die Eltern im Land, ihre Kinder für den Schulbesuch mit Masken auszurüsten. Es gebe eine größere Zahl von Eltern, die sich der Maskenpflicht für ihre Kinder verweigerten, sagte Vizepräsident Thomas Zenker am Montag. „Nach der Verordnung müssten wir die Kinder ohne Masken nach Hause schicken“, mahnte er. „Weil wir das aber nicht wollen, haben Schulträger bereits Masken für diese Schüler besorgt.“