BerlinVor den Beratungen der Länder mit Kanzlerin Merkel am Mittwoch erhöht sich der Druck für eine Verlängerung der Corona-Beschränkungen. Unter anderem rücken nun die Schulen stärker in den Fokus, auf deren uneingeschränkte Offenhaltung die Kultusminister bisher gepocht haben. Der Virologe Alexander Kekulé sagte der „Osnabrücker Zeitung“ jetzt: „Beim nächsten Bund-Länder-Treffen am Mittwoch braucht es unbedingt neue Anti-Corona-Beschlüsse. Dazu sollte gehören, dass an allen weiterführenden Schulen die Klassen sofort geteilt werden und auf Wechselunterricht umgestellt wird.“

Kitas und Grundschulen sollten hingegen „unter strengster Beobachtung durchgängig geöffnet bleiben“, sagte der Virologe weiter. Der Chef der CSU-Bundestagsabgeordneten, Alexander Dobrindt, forderte „zusätzliche Beschränkungen“, um bis Weihnachten die Infektionszahlen stark einzudämmen. So müsse das Infektionsgeschehen an den Schulen stärker gebremst werden, sagte der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe der „Passauer Neuen Presse“ (Sonnabend).  

„Die Schulen können zum Beispiel auf Wechselunterricht oder Hybridunterricht umstellen.“ Schüler könnten auch mit besser schützenden FFP2-Masken ausgestattet werden. Zu diskutieren sei, ob die Schulferien früher beginnen und später enden sollten. Bisher beginnen sie je nach Land am 19. oder am 23. Dezember und enden zwischen dem 3. und dem 10. Januar.

Auch Kanzleramtschef Helge Braun hatte auf die hohen Infektionsraten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen hingewiesen. Vor allem in den weiterführenden Schulen müsse „alles getan werden, um die Abstandsregeln einzuhalten“, hatte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Sonnabend) gesagt und vorgeschlagen, ältere Schüler vermehrt auch digital zu Hause zu unterrichten.