BerlinDie Schulen nach den Weihnachtsferien nicht gleich wieder zu öffnen, hält Astrid-Sabine Busse vom Interessenverband Berliner Schulleitungen (IBS) für richtig. „Ich bin immer die, die sagt, lasst die Schulen offen, gerade die Grundschulen, aber die Zahlen sprechen dagegen, dass wir Präsenzunterricht machen“, sagte Busse am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. „Gerade die Woche nach diesen Weihnachtsferien ist wichtig, denn trotz aller Aufrufe werden doch viele Menschen Weihnachten und Silvester zusammenkommen“. Dann werde es auch Ansteckungen geben. „Und damit wir die nicht sofort in die Schulen reintragen, ist das die einzige Möglichkeit im Moment“, sagte die IBS-Vorsitzende.

Der Senat prüft, die Weihnachtsferien eine Woche später enden zu lassen. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte dazu am Donnerstag in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“: „Wir werden im Senat sehen, ob wir einfach sagen, wir verlängern die Ferien, oder ob wir ab dem 4. ausschließlich digitale Angebote machen, die Kinder zu Hause ansprechen.“

Distanzunterricht vor den Weihnachtsferien unwahrscheinlich

Busse sagte, wie es danach weitergehe, sei schwer einzuschätzen. „Man wird die Woche abwarten müssen und wieder ganz schnell entscheiden. Aber im Vorfeld finde ich es richtig, dass man nicht gleich sagt, noch länger“, sagte die Schulleiterin. Bereits vor den Weihnachtsferien auf den gewohnten Präsenzunterricht zu verzichten, hält Busse nicht für realistisch: „Man braucht schon einen Vorlauf. Es geht nicht ganz auf Zuruf. Unsere Schüler müssen ja auch ohne Präsenzunterricht so gut wie möglich versorgt werden“, sagte die Leiterin einer Grundschule in Berlin-Neukölln.

„Wir haben jetzt noch eine Schulwoche vor uns, und ich hoffe, dass wir die auch noch schaffen und auch noch Klassenarbeiten schreiben“, sagte Busse. „Denn es gibt ja die Halbjahreszeugnisse Ende Januar oder auch für die sechsten Klassen die Empfehlungen für die Oberschulen.“

Auch der Hauptpersonalrat von Lehrkräften in Brandenburg fordert eine Umstellung des Schulbetriebs auf Distanzunterricht. „Es besteht die Notwendigkeit, dass alle gesellschaftlichen Bereiche dazu beitragen müssen, die Infektionszahlen deutlich und nachhaltig zu senken“, heißt es in einem Brief an Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), der der Deutschen Presse-Agentur am Freitag vorlag. Im Nachbarbundesland Brandenburg sind bereits neun Schulen geschlossen. 12.455 aller rund 293.000 Schüler befinden sich in Quarantäne. Sie werden im Distanzunterricht unterrichtet, wie es die Notfallpläne vorsehen.