Berlin - Die Sommerferien neigen sich in immer mehr Bundesländern dem Ende zu. In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind die Kinder schon wieder in der Schule. Hamburg, Berlin, und Brandenburg folgen in den kommenden Tagen, in zwei Wochen auch Nordrhein-Westfalen. Eltern sollten die Zeit zum Schulbeginn gerade mit Erstklässlern nutzen, um den Schulweg zu üben und auch den Schulranzen anzupassen. Fragen und Antworten:

Warum ist der Straßenverkehr für Kinder so gefährlich?

Allein aufgrund ihrer Körpergröße fehlt ihnen vielfach der nötige Überblick, und sie werden leicht übersehen. Ihr Gesichtsfeld ist zudem deutlich eingeschränkt, sodass sie seitlich nahende Gefahren nicht „aus den Augenwinkeln“ erkennen können. Auch Geräusche können sie noch nicht sicher unterscheiden. Schulanfänger brauchen zudem etwa dreimal so lange wie ein Erwachsener, um in schwierigen Situationen reagieren zu können. Sie lassen sich leicht ablenken und laufen oft ohne Vorwarnung auf die Straße.

Wie können Risiken auf dem Schulweg vermieden werden?

Der kürzeste Schulweg ist nicht immer der sicherste. Ein kleiner Umweg lohnt sich, wenn er über Fußgängerüberwege oder Ampelkreuzungen führt und dadurch Gefahren vermieden werden. Eltern sollten den Schulweg mit ihren Kindern ablaufen und dabei besonders das Verhalten an gefährlichen Stellen wie Zebrastreifen, Bushaltestellen oder Kreuzungen üben. Durch einen Rollentausch, wenn sich Eltern von ihrem Kind führen lassen, können Unsicherheiten am besten erkannt werden.

Sollten Erstklässler schon allein mit dem Fahrrad fahren?

Experten raten davon ab. Das sollten Eltern frühestens nach der Fahrradprüfung in der vierten Klasse erlauben. Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung passieren die mit Abstand meisten Unfälle auf dem Schulweg mit dem Rad – 2020 waren dies 21.336, zu Fuß waren es 3674. 24 Schulwegunfälle verliefen tödlich.

Was ist beim Schulranzen zu beachten?

Eltern sollten auf die DIN-Norm 58124 achten, die unter anderem gewährleistet, dass zehn Prozent der Vorder- und Seitenflächen mit silbernen Reflektorstreifen ausgestattet sind. Zusätzlich sollten die Ranzen mindestens 20 Prozent leuchtende orangerote oder gelbe Flächen wie bei Warnwesten haben.

Wie schwer darf ein Ranzen sein?

Nach einer Empfehlung der Aktion Gesunder Rücken sollte das Leergewicht eines Ranzens mit 15 Litern Innenraumvolumen nicht mehr als 1,3 Kilogramm betragen. Für die Zuladung gibt es allerdings keine Empfehlung. Nach neuen Studien können durchschnittlich fitte Kinder ohne Probleme 20 Prozent ihres Körpergewichts tragen. Ein 40 Kilogramm schweres Kind könnte also einen acht Kilogramm schweren Ranzen tragen. Eher schwächliche Kinder haben aber schon bei zwölf Prozent Überlastungsanzeichen. Wichtig ist vor allem, immer nur die wirklich nötigen Dinge einzupacken.

Was ist neben dem Gewicht des Ranzens wichtig?

Zur richtigen Einstellung des Ranzens sind die Tragegurte entscheidend. Ein Schulranzen sollte einen Tragegriff zum Anheben haben, die Schulterträger sollten gut gepolstert, ergonomisch geformt und auf Schulterhöhe ohne Nähte sein. Außerdem sollen sie leicht verstellbar sein – vor allem, damit der Ranzen nah an die Schulterblätter platziert werden kann. Zusätzlich sind ein Becken- beziehungsweise Hüftgurt und ein in der Länge und Höhe verstellbarer Brustgurt wichtig.