Brasilien: Zwei Lehrerinnen und eine Jugendliche erschossen, elf Menschen verletzt

Zwei Männer schossen in zwei Schulen um sich. Elf Menschen wurden verletzt, drei starben. Brasiliens künftiger Präsident Lula spricht von einer „absurden Tragödie“.

Polizisten am Tatort an der Schule in Aracruz. Hier erschossen die Männer zwei Frauen und verletzten neun weitere Menschen.
Polizisten am Tatort an der Schule in Aracruz. Hier erschossen die Männer zwei Frauen und verletzten neun weitere Menschen.AFP/Kadiha Fernandes

Bei Schusswaffenangriffen auf zwei Schulen in Brasilien sind am Freitag mindestens drei Menschen getötet und elf weitere verletzt worden. Nach Angaben der Behörden ereigneten sich die Taten im südöstlichen Bundesstaat Espírito Santo.

Zwei Angreifer betraten zunächst eine Schule in der Stadt Aracruz, wo einer von ihnen auf eine Gruppe von Lehrkräften schoss und dabei zwei Frauen tötete und neun weitere Menschen verletzte, wie der Bürgermeister Luis Carlos Coutinho dem Radiosender CBN sagte. Anschließend hätten sie sich in eine andere Schule begeben, wo sie eine Jugendliche erschossen und zwei weitere Menschen verletzt hätten.

Bolsonaro hatte Zugang zu Schusswaffen in Brasilien extrem erleichtert

Der gewählte Präsident Luiz Inácio Lula da Silva Lula bezeichnete den Angriff im Kurzbotschaftendienst Twitter als „absurde Tragödie“. Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus und sagte, er werde den Gouverneur bei einer Untersuchung unterstützen.

Lula tritt sein Amt am 1. Dezember an. Er hatte im Wahlkampf die extreme Zunahme der Zahl von Waffenscheinen während der Amtszeit des scheidenden Präsidenten Jair Bolsonaro angeprangert. Unter Bolsonaro war die Zahl der Waffensammler, Sportschützen und Jäger von 117.000 im Jahr 2019 auf über 673.000 gestiegen. Mit seinen Erlassen hatte der Ex-Militär den Zugang zu Schusswaffen massiv erleichtert.

Trotz der weit verbreiteten Gewalt in Brasilien sind Schusswaffenangriffe in Schulen in dem südamerikanischen Land relativ selten. Bei dem bislang blutigsten Schusswaffenangriff auf eine Schule hatte im April 2011 ein 24-jähriger Mann das Feuer in seiner ehemaligen Schule in einem Vorort von Rio de Janeiro eröffnet und zwölf Schulkinder getötet, bevor er Suizid beging. Im März 2019 hatten zwei ehemalige Schüler in einer Oberschule in der Region São Paulo acht Menschen erschossen und elf weitere verletzt, bevor sie die Waffe gegen sich selbst richteten.