Berlin - Fast zwei Jahre nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle sind die Schutzmaßnahmen für jüdische Einrichtungen in Deutschland einer Umfrage zufolge besser geworden. Andererseits gibt es weiterhin Probleme, wie aus der Analyse des Mediendienstes Integration hervorgeht, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Danach fehlt jüdischen Gemeinden zum Teil nach wie vor das Geld etwa für privates Wachpersonal. In einzelnen Bundesländern wurde der Umfrage zufolge außerdem erst ein Teil der Mittel ausgezahlt, die nach dem Anschlag zugesagt worden waren.

Die Ausgangslage sei allerdings katastrophal gewesen. „Wenige Synagogen waren gut geschützt. Gemeinden mussten Maßnahmen wie Zäune, Poller, Einlassschleusen oder Videoüberwachung häufig selbst finanzieren.“ Im Vergleich dazu habe sich das Schutzniveau inzwischen deutlich verbessert.

Attentäter wollte betende Juden in Synagoge töten

Der Mediendienst Integration ist eine Informationsplattform für Journalisten rund um die Themen Migration, Integration und Asyl in Deutschland. Er hat für die Umfrage unter anderem bundesweit recherchiert, wie viele Gelder für den Schutz jüdischer Einrichtungen zugesagt und wie viele ausgezahlt wurden und ob auch Kosten für private Sicherheitsdienste übernommen werden.

Am 9. Oktober 2019 hatte ein rechtsterroristischer Attentäter versucht, in die Synagoge in Halle an der Saale einzudringen und die dort betenden Juden und Jüdinnen zu töten. Als das misslang, erschoss er eine Passantin. Im Anschluss tötete er in einem nahen Döner-Imbiss einen alten Mann und verletzte auf seiner Flucht weitere Menschen. Im Dezember 2020 wurde der rechtsextreme Attentäter zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.