BerlinIm Bundesverband Berufsschäfer ist ein Streit um den Umgang mit Wölfen eskaliert. Der Vorstand habe den Vorsitzenden des Schafzuchtverbands Berlin-Brandenburg, Knut Kucznik, ausgeschlossen, sagte Bundesverbandssprecher Frank Hahnel am Samstag. Die „Märkische Oderzeitung“ hatte zuerst über den Streit berichtet. Kucznik hatte Ärger im Bundesverband ausgelöst, weil er andere Schäfer mit diversen Beiträgen in sozialen Netzwerken aufgefordert hatte, für einen besseren Herdenschutz der Schafe zu sorgen, statt für den Abschuss von Wölfen zu plädieren.

„Wir Schäfer sind verpflichtet, die Natur zu schützen“, sagt Kucznik. „Da können wir nicht andererseits den Abschuss von Wölfen fordern.“ Der Abschuss von Wölfen sei zudem gesetzlich verboten und nur bei Wölfen zulässig, die trotz Schutzmaßnahmen wiederholt Schaf- oder Ziegenherden angriffen.

Mit seinen ins Netz hochgeladenen Videos habe er zeigen wollen, wie der Schutz von Schafen und Ziegen mit Zäunen und Schutzhunden funktioniere. Er habe damit zudem auf andere Posts von Nutztierhaltern reagiert, die von Wölfen gerissene Tiere gezeigt und den Abschuss von Wölfen gefordert hätten. Der Vorstand des Bundesverbands hatte Kucznik daraufhin Beleidigung der Kollegen vorgeworfen.

Da Kucznik Widerspruch gegen seinen Ausschluss eingelegt hat, wird die Mitgliederversammlung in der kommenden Woche über den Ausschluss entscheiden.