Die Staatsanwaltschaft Neuruppin hat Anklage wegen Mordes gegen einen Unfallfahrer erhoben. Zudem werde der Mann wegen „versuchten Mordes in vier tateinheitlichen Fällen, gefährlicher Körperverletzung in zwei tateinheitlichen Fällen, Straßenverkehrsgefährdung und verbotenen Kraftfahrzeugrennens sowie unerlaubten Entfernens vom Unfallort“ angeklagt. Der Unfall ereignete sich am 10. Juli 2021 auf der Bundesstraße 96a zwischen Schönfließ und Schildow. Der damals 23-jährige Beschuldigte geriet mit dem von ihm geführten PS-starken Pkw, den er von seinem Arbeitgeber zur Verfügung gestellt bekommen hatte, in einer Rechtskurve in den Gegenverkehr und streifte dort im Bereich der Außenspiegel einen entgegenkommenden Pkw, in dem sich Mutter und Sohn befanden. Beide Insassen blieben unverletzt.

Anschließend kollidierte der Beschuldigte mit einem weiteren entgegenkommenden Pkw, der mit vier Personen besetzt war, darunter auch eine schwangere Frau. Sie und eine weitere Insassin starben noch am Unfallort an ihren schweren Verletzungen. Zwei Insassen wurden verletzt. Infolge des Unfalls landete der Beschuldigte mit dem von ihm geführten Pkw im Straßengraben und flüchtete zu Fuß. Er wurde später festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin teilte am Mittwoch weiter mit: „Zwei dem Beschuldigten entnommene Blutproben haben eine alkoholbedingte absolute Fahruntauglichkeit zum Tatzeitpunkt ergeben. Ein Sachverständigengutachten zum Unfallhergang unter Auswertung der im Fahrzeug gespeicherten Daten hat zu dem dringenden Tatverdacht geführt, dass der Beschuldigte den PKW steuerte, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen und die Kurve im Grenzbereich der Fahrphysik durchfuhr.“

Und weiter: „Im Ergebnis der Ermittlungen besteht zudem der dringende Tatverdacht, dass der Beschuldigte bei seiner Fahrweise schwere und auch tödliche Verletzungen anderer Verkehrsteilnehmer zumindest billigend in Kauf nahm. Er befindet sich seit dem 13. April 2022 in Untersuchungshaft.“ Wann der Prozess beginnt, wurde zunächst nicht mitgeteilt.