BerlinIn Treptow-Köpenick geht ein Streit zwischen dem schwarzen Arzt Denis Hedeler und dem AfD-Gesundheitsstadtrat Bernd Geschanowski in die nächste Runde. Die Stelle des Amtsarztes im Bezirk ist mitten in der Corona-Pandemie weiterhin unbesetzt. Wie berichtet, hatte sich Hedeler auf diese Position beworben und sie nicht bekommen. Sein Vorwurf: Bernd Geschanowski hätte ihn im Bewerberverfahren benachteiligt. Auch weil er schwarz und homosexuell sei. Schon länger gebe es Meinungsverschiedenheiten mit dem AfD-Mann, so der Arzt.

Der Mediziner hat eine Petition gestartet: „Zu schwul, zu schwarz. AfD verhindert Amtsarzternennung.“ Mehr als 27.000 Menschen haben schon unterschrieben.

Geschanowski soll Hedeler gesagt haben:  „Sie passen hier nicht.“ Zeugen gab für diese Aussgae allerdings nicht. In seiner Online-Petition schreibt der Arzt jetzt: „Es gibt keinen Grund für die Ablehnung meiner Bewerbung. Mit meiner langjährigen Erfahrungen im Gesundheitsamt Bremen, bei „Ärzte ohne Grenzen“ und meiner Arbeit zur Eindämmung der Ebola-Epidemie in Sierra Leone 2014, sind meine Referenzen in der Seuchenbekämpfung hervorragend.“

Sein Fall ist inzwischen Thema im Bezirksparlament von Treptow-Köpenick. Linke und SPD verteidigen den Arzt, sprechen von einem „möglicherweise ungeheuerlichen Vorgang“. Mehrere Medien haben das Thema aufgegriffen, die Landespolitik ist informiert.

Geschanowski weist die Anschuldigungen zurück. Die Morgenpost zitiert den Stadtrat aus der BVV-Sitzung: „Die erhobenen Vorwürfe sind pauschal und wurden nicht durch Beweisgründe belegt. Der Gesundheitsstadtrat von Treptow-Köpenick richtet sein Handeln stets nach dem Grundgesetz aus. Anzeichen für eine Benachteiligung bei einem internen Bewerberverfahren sind hier nicht bekannt.“