Stockholm - Schweden führt als „Vorsichtsmaßnahme“ neue Corona-Einschränkungen ein: Künftig ist auch in Restaurants und Fitnessstudios der Nachweis einer vollständigen Impfung nötig, kündigte Regierungschefin Magdalena Andersson am Dienstag an. Ein konkretes Datum nannte sie nicht, es wird aber damit gerechnet, dass die neue Vorschrift in den kommenden Wochen in Kraft tritt.

Der Corona-Impfpass war am 1. Dezember in Schweden eingeführt worden. Er muss bislang bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit mehr als hundert Teilnehmern vorgelegt werden.

Empfehlungen: Homeoffice, Maske in Bus und Bahn, Abstand

Die Regierung sprach am Dienstag außerdem weitere Empfehlungen zur Eindämmung der Pandemie aus. Sie rief dazu auf, ab Mittwoch nach Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten, Abstandsregeln einzuhalten und zu den Stoßzeiten Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln zu tragen.

Im Gegensatz zu anderen Ländern weltweit wurde in Schweden im Kampf gegen das Coronavirus nie eine Ausgangssperre verhängt, bis auf wenige Ausnahmen mussten keine Masken getragen werden – stattdessen setzten die Behörden darauf, dass sich die Bürger freiwillig an die empfohlenen Schutzmaßnahmen halten.

Schweden will Strategie trotz Omikron nicht ändern

Auch angesichts der neuen Omikron-Variante des Coronavirus will das Land sein Vorgehen nicht ändern, wie Schwedens Chef-Epidemiologe Anders Tegnell in der vergangenen Woche sagte. Die Strategie habe in der Vergangenheit funktioniert, „bisher sehen wir keinen Grund, warum sie jetzt nicht funktionieren sollte“, sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

In Schweden wurden in der vergangenen Woche 26 Corona-Todesfälle und weniger als 15.000 Neuinfektionen gemeldet. Die Zahlen sind niedriger als in den meisten anderen europäischen Ländern. Mit einer Gesamtzahl von rund 15.000 Corona-Toten liegt Schweden etwa im europäischen Durchschnitt, weist aber deutlich mehr Sterbefälle auf als seine Nachbarländer Norwegen, Finnland und Dänemark.