Die Afrikanische Schweinepest wird immer mehr in Brandenburg zum Problem.
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BerlinIn Brandenburg ist bei einer immer größeren Anzahl von Wildschweinen in den Landkreisen Märkisch Oderland, Dahme Spreewald, Spree-Neiße und Oder-Spree die Afrikanische Schweinepest (ASP) festgestellt worden.

Der erste Fall der für Menschen ungefährlichen Tierseuche in Deutschland war am 10. September bestätigt worden – bei einem toten Wildschwein in Brandenburg. In dem Krisengebiet nahe der polnischen Grenze wurden inzwischen mehr als 50 weitere Funde mit dem Erreger gemacht.

Die anzeigepflichtige Tierseuche führt inzwischen zu ernsten Wirtschafts- und Tierschutzproblemen. Mehrere Länder haben bereits den Import von Schweinefleisch aus Deutschland aufgrund des Seuchenausbruches gestoppt. In „Kerngebieten“ und „gefährdeten Gebieten“ um die Ausbruchspunkte herum müssen Tiere unter Umständen getötet werden. Direktvermarkter und regionale Anbieter von Schweinefleischprodukten würden dann vor dem wirtschaftlichen Aus stehen.

Neben der direkten Übertragung zwischen den Tieren ist auch eine indirekte Übertragung möglich; zum Beispiel kann es über Haustiere oder Kleidung, Fahrzeugreifen, Ausrüstungsgegenstände und Lebensmittel übertragen werden.

Viele Ausbrüche werden auf ein Verschleppen des Virus in Resten von Fleischprodukten im Reiseverkehr zurückgeführt. In Fleischprodukten kann das Virus über mehrere Monate überdauern und ansteckend bleiben. Denn das Virus ist äußerst robust, es überlebt in der Umwelt beispielsweise bis zu 190 Tage an Holz, 399 Tage in (Roh-)Schinken, 6 Jahre und länger in tiefgefrorenem Schweine- oder Wildschweinfleisch.