Ein Drahtzaun gegen die Schweinepest nahe der Neiße
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PotsdamUm die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest ins Landesinnere von Brandenburg zu verhindern, entsteht ein fester Zaun um eine sogenannte Weiße Zone. Darin sollen sämtliche Wildschweine getötet werden. Das Verbraucherschutzministerium teilte mit, der Streifen umschließe wie ein Halbkreis das Kerngebiet in den Landkreisen Oder-Spree, Spree-Neiße und Dahme-Spreewald.

Eine Fläche von rund 285 Quadratkilometern werde mit zwei festen Zaunreihen im Abstand von fünf Kilometern gesichert. Parallel entstehe an der Grenze zu Polen ebenfalls ein fester Wildschutzzaun. Nach dem ersten bestätigten Fall sei es wichtig gewesen, Wildschweine nicht aufzuscheuchen, um eine Verbreitung der Seuche zu verhindern, so Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Die Suche nach und Bergung von verendeten Tiere sowie entsprechende Probenentnahmen würden fortgesetzt, sagte die Ministerin.

Bisher wurden 50 infizierte Wildschweine gefunden. Die Krankheit endet bei Wild- und Hausschweinen sehr oft tödlich, für Menschen ist sie ungefährlich. Die Kosten für den Zaun trägt das Land. Der Haushalts- und Finanzausschuss des Landtags befürwortet außerplanmäßige Ausgaben in Höhe von 6,2 Millionen Euro für Prävention und Bekämpfung der Schweinepest in diesem Jahr. Für 2021 sind fünf Millionen Euro eingeplant. Das Geld ist vor allem für Ausgleichszahlungen an Landwirte und den Zaunbau an der Grenze zu Polen gedacht.