Das Tierdrama an dem Schutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) im brandenburgischen Nationalpark Unteres Odertal war aus Sicht der Deutschen Wildtier Stiftung vorhersehbar. „Die Problematik lag auf der Hand“, sagte Andreas Kinser, stellvertretender Leiter Natur- und Artenschutz bei der Stiftung, am Montag auf Anfrage der dpa. In den vergangenen Wochen waren mehrere Rehe an den Schutzzäunen in der Uckermark verendet.

Man hätte sich vorher mit den besonderen Bedingungen in dem Gebiet mit jährlich wiederkehrendem Hochwasser vertraut machen sollen, warf Kinser den zuständigen Behörden vor. „Das Hochwasser macht die Situation für die Wildtiere ohnehin brisant“, sagte er. Bei der Flucht vor dem steigenden Wasser sei der Zaun, der Wildschweine abhalte, für Rehe zur Todesfalle geworden.

Der Landkreis Uckermark hat unterdessen nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums 16 Rehdurchlässe in dem Zaun gebaut und 20 Zaunfelder von 1,20 Meter auf 80 Zentimeter heruntergebogen. Seit Montag werden zudem Ausweichstellen angelegt, damit die Rehe bei Hochwasser einen sicheren Weg finden können. Zudem wurden bereits 77 Kleintierrampen gebaut. 25 Stück sind noch geplant.

Über die schräg angesetzten Holzrampen sollen beispielsweise Füchse den Zaun queren können. Der Landwirtschaftsausschuss im Brandenburger Landtag wird sich am kommenden Montag (7. Februar) in einer Sondersitzung mit dem Thema befassen.

Die Tierseuche ist zwar für Menschen ungefährlich, endet aber für betroffene Tiere immer tödlich. Deshalb wird sie auch als „Ebola für Schweine“ bezeichnet. Die Krankheit wurde 2007 von Menschen mit Tiertransporten per Schiff aus Afrika nach Georgien eingeschleppt und verbreitet sich von dort über Russland und andere osteuropäische Länder Richtung Westen.