Genf - Entgegen landläufiger Warnungen, wonach Dating-Apps nur für oberflächlich-körperliche Beziehungen taugen, zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Schweizer Studie laut den Autoren das Gegenteil: Nutzer solcher Apps suchen eher Langzeit- statt Kurzzeitbeziehungen, fanden die Forscher der Universität zu Genf (Unig) heraus. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Paare, die sich über eine App kennengelernt haben, im Vergleich zu Paaren, die sich ohne digitale Hilfe begegnet sind, eher zusammenleben möchten.

In ihrer in der Fachzeitschrift Plos One veröffentlichten Studie konzentrierten sich die Forscher auf Smartphone-Apps wie Tinder und Grindr. Im Gegensatz zu traditionellen Dating-Websites, die detaillierte Benutzerprofile erfordern, basieren diese größtenteils auf der Bewertung von Fotos. Nutzer können Profile anderer per Handgesten als attraktiv oder unattraktiv kennzeichnen.

Für ihre Forschung griffen die Wissenschaftler auf eine Familienbefragung der Schweizer Statistikbehörde aus dem Jahr 2018 zurück. Sie analysierten die Antworten von über 3000 Menschen, die angaben, in einer Beziehung zu sein. Die Studie machte keine Angaben dazu, wie lange die Paare zusammenleben wollten. Die über Apps zusammengekommenen Paare drückten demnach aber einen stärkeren Kinderwunsch aus als andere.