Zwei schwule Asylbewerber aus Russland sollen laut einer Darstellung der Hilfsorganisation Maneo beim Berliner Flüchtlingsamt diskriminierend behandelt worden sein. Die beiden 19-Jährigen wollten nicht in einer allgemeinen Notunterkunft untergebracht werden, weil sie dort von anderen Bewohnern diskriminiert werden könnten, wie Maneo am Montag mitteilte. Obwohl sie einen besonderen Schutzstatus hätten, seien sie aber am 11. März von einer Mitarbeiterin des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten nicht in die spezielle Unterkunft für Schwule und Lesben verwiesen worden. Die Mitarbeiterin habe gesagt, das schwule Paar habe keine besonderen Rechte und hinzugefügt, wenn sie in der normalen Unterkunft „nicht überall rumvögeln“ würden, so würden sie auch „keine Probleme kriegen“.

Am 24. März habe es erneute Debatten um den besonderen Schutz gegeben. Am 25. März seien die beiden Männer weiter nach Osnabrück in ein allgemeines Flüchtlingsheim und einen Raum mit 40 weiteren Menschen geschickt worden. „Hier drängt sich uns der Verdacht auf, dass die beiden Russen durch das Abschieben nach Osnabrück bestraft werden sollen“, teilte Maneo-Leiter Bastian Finke mit.

Ein Sprecher des Flüchtlingsamtes teilte mit, das dargestellte Verhalten sei nicht akzeptabel. Die Mitarbeiterin sei noch nicht identifiziert, möglicherweise gehöre sie zum externen Wachdienst. Alle Mitarbeiter würden regelmäßig zum sensiblen Umgang mit besonders schutzbedürftigen Menschen geschult.