Rom - Die Hilfsorganisation Sea-Watch hat bei einem zweiten Rettungseinsatz knapp 80 Bootsmigranten im zentralen Mittelmeer in Sicherheit gebracht. Die Menschen, darunter elf Frauen und ein Baby, seien auf einem Schlauchboot unterwegs gewesen und an Bord der „Sea-Watch 4“ geholt worden, teilten die Helfer am Freitag mit. Am Donnerstag hatten sie nach eigenen Angaben mehr als 40 Menschen aus Seenot gerettet. Insgesamt seien nun etwas mehr als 120 Migranten an Bord der privaten Seenotretter.

Vor rund einer Woche lief die „Sea-Watch 4“ aus dem Hafen der spanischen Stadt Burriana aus. Zuvor war das Schiff monatelang von den Behörden der sizilianischen Stadt Palermo wegen eines Rechtsstreits festgehalten worden. Die privaten Rettungsaktionen mehrerer im Mittelmeer operierender Organisationen sind politisch umstritten.

In kleinen Schlauchbooten machen sich Flüchtlinge immer wieder vom Bürgerkriegsland Libyen aus auf den Weg über das Mittelmeer nach Europa. Viele Menschen ertrinken bei der oft gefährlichen Überfahrt. Bislang starben in diesem Jahr nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 480 Menschen im zentralen Mittelmeer.