Rom/Regensburg/Berlin - Bei mehreren Einsätzen binnen weniger Stunden haben die deutschen Hilfsorganisationen Sea-Eye und Mission Lifeline erneut Dutzende Bootsmigranten im Mittelmeer gerettet. Die etwas mehr als 70 Menschen hätten „dicht gedrängt“ in einem Holzboot gesessen, teilte die Regensburger Organisation Sea-Eye am Mittwoch mit. Die Rettung am Mittwochmorgen sei die sechste binnen 48 Stunden gewesen. An Bord der „Sea-Eye 4“ sind den Angaben zufolge nun fast 400 Menschen.

Die Crews der „Sea-Eye 4“ und der kleineren „Rise Above“ von Mission Lifeline waren am Dienstag bereits zu mehreren Einsätzen gerufen worden und hatten Hunderte Menschen von in Seenot geratenen Booten evakuiert. Die Migranten und Flüchtlinge legen oft von den Küsten Nordafrikas ab und wollen die EU erreichen, weil sie sich dort ein besseres Leben erhoffen oder Schutz suchen. Ihr Ziel ist meistens Italien, mitunter auch Malta.

Das italienische Innenministerium regierstierte Stand Dienstag in diesem Jahr knapp 53.700 Migranten, die in Booten das Mittelmeerland erreichten. Im selben Vorjahreszeitraum waren es fast 28.350. Die Fahrt über das Mittelmeer ist gefährlich. Immer wieder geraten die Menschen in Seenot. Nach Angaben der Vereinten Nationen gelten in diesem Jahr bislang 1225 Migranten im zentralen Mittelmeer als tot oder vermisst.