Der Angeklagte im Prozess um einen sechsfachen Mord in Rot am See wird in einem Saal des Landgerichts an seinen Platz geführt.
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EllwangenKnapp ein halbes Jahr nach der Gewalttat mit sechs Toten im baden-württembergischen Rot am See bei Schwäbisch Hall ist der Angeklagte wegen Mordes und versuchten Mordes verurteilt worden. Das Landgericht Ellwangen verhängte am Freitag eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren und ordnete die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. 

Adrian S. hatte im Januar seine Eltern, zwei Halbgeschwister sowie seinen Onkel und seine Tante erschossen. Zwei Verwandte konnten sich schwer verletzt retten. Seine Opfer richtete er teils mit Kopfschüssen hin.

Die Familie hatte sich im Januar im Vorfeld der Beerdigung der Großmutter von S. in Rot am See getroffen. Zu diesem Anlass schoss S. um sich und tötete die sechs Menschen.

Adrian S. hatte die Tat zum Prozessauftakt gestanden und Misshandlungen seiner Mutter als Motiv angegeben. Sie habe ihn missbraucht und vergiftet. Beweise gab es dafür nicht. Ein Psychiater hatte bei ihm Wahnvorstellungen und eine krankhafte seelische Störung diagnostiziert.

Das Gericht folgte mit der Unterbringung der Forderung von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Dagegen hatten die als Nebenkläger auftretenden Familienangehörigen gefordert, S. nicht in die Psychiatrie einzuweisen, sondern eine lebenslängliche Haft und anschließende Sicherungsverwahrung zu verhängen.