Bundesinnenminister Horst Seehofer
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BerlinBundesinnenminister Horst Seehofer setzt zwölf Mitglieder für den neuen Unabhängigen Expertenkreis Muslimfeindlichkeit (UEM) ein. Dieser soll laut Innenministerium aktuelle und sich wandelnde Erscheinungsformen von Muslimfeindlichkeit untersuchen und auch Schnittmengen mit antisemitischen Inhalten sowie anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit analysieren.

Die Gründung des Kreises ist eine Reaktion auf rassistische und islamfeindliche Ereignisse sowie terroristische Anschläge bzw. Anschlagsplanungen der letzten Monate. Damit möchte die Bundesregierung unterstreichen, dass sie die wachsenden Sorgen und Ängste von Menschen ernst nimmt, die von muslimfeindlichen Übergriffen und Anfeindungen betroffen sind.

Horst Seehofer äußerte sich wie folgt zum Expertenkreis: „Muslimfeindliche Haltungen sind nicht nur eine Bedrohung für Muslime, sondern für den gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt. Damit Staat und Gesellschaft besser und gezielter dagegen vorgehen können, rufe ich den Unabhängigen Expertenkreis Muslimfeindlichkeit ins Leben. Durch seine Arbeit werden praxisorientierte Ansätze aufgezeigt, um Muslimfeindlichkeit zu identifizieren, zu bekämpfen und vorzubeugen.“

Experten aus Wissenschaft und Praxis

Zu den zwölf Personen, die per Berufungsschreiben offiziell ernannt wurden, zählen Spezialisten aus Wissenschaft und Praxis. Demnach verfügen sie über eine umfassende fachliche Expertise zu einzelnen Aspekten und/oder zur Prävention von Muslimfeindlichkeit in einzelnen Bereichen.

Die Mitglieder sind: Prof. Dr. Iman Attia, Alice Salomon Hochschule Berlin; Karima Benbrahim, Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V. (IDA); Saba-Nur Cheema, Bildungsstätte Anne Frank e.V.; Dr. Yasemin El-Menouar, Bertelsmann Stiftung; Prof. Dr. Karim Fereidooni, Ruhr-Universität Bochum; Prof. Dr. Kai Hafez, Universität Erfurt; Özcan Karadeniz, Verband binationaler Familien und Partnerschaften e.V.; Prof. Dr. Anja Middelbeck-Varwick, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main; Nina Mühe, CLAIM – Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit; Prof. Mathias Rohe, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; Prof. Dr. Christine Schirrmacher, Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und Katholische Universität Löwen; Dr. Yasemin Shooman, Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM)

Die Mitglieder des UEM sollen bis zum Herbst ihre Arbeit aufnehmen. Nach etwa zweijähriger Tätigkeit sollen ihre Ergebnisse in einen Bericht einfließen, der Vorschläge im Kampf gegen Islamfeindlichkeit unterbreitet.