Migranten fliehen vor neu ausgebrochenen Feuern mit ihren Habseligkeiten aus dem Flüchtlingslager Moria.
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BerlinNach dem Großbrand im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos hat Deutschland Hilfe für die Migranten zugesagt. Zehn EU-Länder hätten sich darauf geeinigt, Minderjährige aufzunehmen, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Freitag auf einer Pressekonferenz. Deutschland und Frankreich würden den Großteil von ihnen aufnehmen. Es gehe dabei um etwa 400 Menschen. Nach Deutschland werden laut Seehofer 100 bis 150 unbegleitete Minderjährige kommen.

Grafik: BLZ/Galanty; Quelle: Destatis, afp

„Gott sei Dank gab es keine Verletzten und keine Toten, aber es ist ohne Zweifel eine humanitäre Notlage“, sagte Seehofer. Am wichtigsten sei es, den Menschen vor Ort eine gute Versorgungslage zu sichern. Dabei arbeite die Bundesregierung eng mit der griechischen Regierung zusammen.

Der Berliner Senat kritisierte Seehofers Ankündigung deutlich. „Mit Blick auf das Leid der Menschen in Moria sind diese Zahlen beschämend gering“, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. „Ich habe immer gesagt: Deutschland kann mehr. Wer kann, muss helfen. Und wir können.“ Es sei unabdingbar, dass Deutschland seine EU-Präsidentschaft nutze, um endlich zu einer europäischen Lösung in der Flüchtlingspolitik zu kommen. „Es liegt in unserer Verantwortung.“