Bremen - Die deutschen Seenotretter auf Nord- und Ostsee haben in diesem Jahr bereits etwa 3300 Menschen geholfen. Etwa 325 Menschen seien aus direkter Seenot gerettet oder aus Gefahr befreit worden. Das teilte die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Donnerstag in Bremen mit.

Dabei stieg die Zahl der Einsätze von Januar bis Oktober deutlich auf 1865 an (Vorjahreszeitraum: 1605). Ein Sprecher führte den Unterschied auf die Corona-Pandemie zurück: 2020 sei die Berufsschifffahrt eingeschränkt gewesen, und auch die Wassersportler seien erst spät im Jahr hinaus aufs Meer gekommen. Die Zahl der Menschen, denen geholfen wurde, lag 2020 und 2021 ähnlich hoch.

Die Seenotretter kamen unter anderem Fischereifahrzeugen und ihren Besatzungen zu Hilfe. Sie waren für Seeleute von Handelsschiffen, Offshore-Windparkversorgern und Passagiere von Fähren und Fahrgastschiffen im Einsatz. Auch wurden Kranke von Schiffen oder Inseln aufs Festland transportiert.

Seenotrettung wird in Deutschland durch einen Verein getragen

Die DGzRS unterhält etwa 60 Seenotrettungskreuzer und -boote. Im Unterschied zu anderen Ländern ist die Seenotrettung in Deutschland nicht staatlich organisiert, sondern wird durch einen spendenfinanzierten Verein getragen. 2021 wurden die neuen Seenotrettungskreuzer „Felix Sand“ (Grömitz) und „Nis Randers“ (Darßer Ort) an der Ostsee in Dienst gestellt. Dazu kamen drei kleinere Neubauten und ein Trainingsboot.

Wie in den Vorjahren gab es mehr Einsätze auf der Ostsee als auf der Nordsee. Die Seenotretter führen dies darauf zurück, dass auf der Ostsee mehr Wassersportler unterwegs sind.