Berlin/Tripolis - Nach der Rettung von insgesamt 800 Menschen nimmt das deutsche Rettungsschiff „Sea-Eye 4“ Kurs auf den Hafen der italienischen Insel Lampedusa. Bis Mittwoch habe das Schiff bei sechs Einsätzen 397 Menschen gerettet, teilte Sea-Eye am Donnerstag mit. Dabei sei es von dem Schiff „Rise Above“ der Hilfsorganisation Mission Lifeline unterstützt worden. Am Donnerstag habe die „Sea-Eye 4“ dann von einem völlig überfüllten Holzboot weitere 400 Menschen aufgenommen.

Die eigentlich zuständigen maltesischen Rettungsdienste hätten nicht auf Hilferufe reagiert, erklärte Sea-Eye. „Es ist beschämend, wie Malta sich immer wieder seiner Verantwortung entzieht und Notrufe ignoriert“, erklärte der Vorsitzende von Sea-Eye, Gorden Isler. Die 24-köpfige Besatzung der „Sea-Eye 4“ befinde sich in einer „noch nie da gewesenen Belastungssituation“. Das Rettungsschiff sei auf die schnelle Zuweisung eines sicheren Hafens angewiesen.

Die Hilfsorganisation SOS-Mediterranée unterstützte nach eigenen Angaben mit ihrem Schiff „Ocean Viking“ die „Sea-Eye 4“ mit Lebensmitteln.

Libysche Küstenwache bringt Migranten zurück an Land

Die libysche Küstenwache fing nach eigenen Angaben vor der Westküste des Landes 280 Migranten ab, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollten. Die Menschen aus unterschiedlichen afrikanischen Staaten waren demnach mit vier Holzbooten und einem Schlauchboot unterwegs, als sie am Dienstag gerettet wurden, wie die libysche Marine auf Facebook mitteilte. Sie seien der Behörde für den Kampf gegen die illegale Migration übergeben worden.

Von Libyen aus starten jährlich zehntausende Flüchtlinge in seeuntauglichen Booten die lebensgefährliche Überfahrt nach Europa. Die italienische Küste ist von Libyen 300 Kilometer entfernt.