Kipfenberg/München - Vor 26 Jahren ist Sonja Engelbrecht in München spurlos verschwunden - nun kommt Bewegung in den Fall. Ein Waldarbeiter hat in einem Waldstück bei Kipfenberg im oberbayerischen Landkreis Eichstätt einen Knochen gefunden - Ermittler fanden nun heraus, dass er von der vermissten Engelbrecht stamme, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums München am Dienstag.

Nun suchen Polizeikräfte den Wald etwa 100 Kilometer nördlich von München nach weiteren sterblichen Überresten der Frau ab. Über die Todesursache könne man derzeit keine Aussage treffen, sagte der Polizeisprecher. Man vermute aber, dass Engelbrecht einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sei.

Neue DNA-Technologie brachten den Durchbruch

Nach Angaben des Sprechers fand der Waldarbeiter den Knochen bereits im Sommer 2020. Weil sich die technischen Möglichkeiten, DNA-Material zu typisieren, ständig weiter entwickelten, habe man den Körperteil schließlich der seit 26 Jahren vermissten Sonja Engelbrecht zuordnen können. Der Fall wird in München als sogenannter Cold Case geführt. 

Im April 1995 war die damals 19-jährige Fachoberschülerin verschwunden. Nach Erkenntnissen der Polizei hatte Engelbrechts damaliger Lebensgefährte sie zuletzt nachts an der Münchner Straßenbahnhaltestelle Stiglmaierplatz lebend gesehen. Danach gab es Spekulationen, die junge Frau könne entführt und getötet oder an Menschenhändler verkauft worden sein. Aufgeklärt wurde der Vermisstenfall damals nicht. Der ehemalige Mordkommission-Chef Josef Wilfling sagte der Bild: „Wir sind damals davon ausgegangen, dass Sonja in ein Auto gestiegen ist und Opfer eines Sexualverbrechens wurde.“