Selenskyj-Berater: Dutzende mobilisierte Russen schon tot

Der Kampf der Ukrainer gegen russische Reservisten sei, „als würde ein Profiboxer gegen einen Schuljungen kämpfen“, so Berater Olexij Arestowitsch.

Russische Rekruten steigen in einen Bus in der Nähe eines militärischen Rekrutierungszentrums in Krasnodar.
Russische Rekruten steigen in einen Bus in der Nähe eines militärischen Rekrutierungszentrums in Krasnodar.AP

Rund eine Woche nach der Verkündigung der Teilmobilisierung durch den russischen Präsidenten hat ein Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ein vernichtendes Urteil über die neuen Rekruten gesprochen. Gegenüber der Bild-Zeitung sagte Olexij Arestowitsch, es sei so, „als würde ein Profiboxer gegen einen Schuljungen kämpfen“.

Die Russen seien schlecht ausgerüstet, hätten keine Medikamente und seien mit rostigen Gewehren bewaffnet, so Arestowitsch weiter. Er denke, dass Russlands Präsident Wladimir Putin seine frisch mobilisierten Soldaten in den besetzten Gebieten einsetzen werde. „Aber wir werden diesen Kampf gewinnen. Die Vernichtung dieser mobilisierten Kräfte wird uns nicht schwerfallen.“

Russen wollen Teilmobilisierung entfliehen

Durch die Teilmobilisierung sollen rund 300.000 Reservisten einberufen werden. Allerdings hätten diese „überhaupt keine Ausbildung“, so der Selenskyj-Berater. Er rechne damit, dass „Dutzende von ihnen“ bereits in den vergangenen Tagen getötet wurden.

Seit Verkündigung der Teilmobilisierung versuchen tausende Russen, das Land zu verlassen. Finnland beschloss am Donnerstag, die Grenzen für russische Touristen zu schließen. Die Bundesregierung will russischen Deserteuren großzügig Schutz in Deutschland gewähren.

Zu den Möglichkeiten, die Russland jetzt noch bleiben, sagte Olexij Arestowitsch: „Er wird versuchen, das annektierte Gebiet zu verteidigen und uns mit taktischen Atomwaffen zu bedrohen. Er könnte Verhandlungen provozieren, indem er das Atomkraftwerk Saporischschja einsetzt. Er könnte Dinge tun, wie ukrainische Gasleitungen in die Luft jagen“.

Zuletzt hatte der ehemalige Kreml-Chef Dmitri Medwedew die Drohung mit Atomwaffen seitens Russlands verteidigt. Russland werde alles tun, damit „feindliche Nachbarn“ wie die Ukraine, „die direkt von den Nato-Staaten kontrolliert wird“, nicht in den Besitz von Atomwaffen gelangten, so Medwedew .