BerlinGegen den Plan der FDP, das Tempelhofer Feld teilweise zu bebauen, sprechen aus Sicht der Senatsumweltverwaltung viele Gründe des Tier- und Artenschutzes. Der überwiegende Teil des Feldes biete einen wertvollen Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren auf Roten Listen und besonders geschützten Arten, antwortete der Senat auf eine Anfrage des Abgeordneten Marcel Luthe, der früher zur FDP gehörte und jetzt keiner Fraktion angehört.

Die verschiedenen Tierarten wie Vögel, Heuschrecken, Grillen, Tagfalter, Widderchen, Zauneidechsen und Wildbienen würden seit 2010 untersucht. „Allein von den untersuchten Brutvögeln sind sieben Arten in den Gefährdungskategorien verzeichnet.“ Besonders sei die Feldlerche zu nennen. „40 Prozent des Berliner Bestandes befindet sich auf dem Tempelhofer Feld.“ Bei einer Teilbebauung sei davon auszugehen, dass viele Arten dort nicht mehr genug Lebensraum hätten.

Der Senat fügte hinzu, es sei auch nicht auszuschließen, dass der Boden des früheren Flughafens mit Umweltgiften aus der Vergangenheit belastet ist und dass dort noch Weltkriegsbomben in der Erde liegen.

Anfang Oktober hatte die Berliner FDP ein neues Volksbegehren gestartet, das sich dafür einsetzt, ein Drittel des 2008 geschlossenen Flughafens zu bebauen. Das ist derzeit nicht möglich, weil eine Volksabstimmung 2014 entschied, die Freifläche so zu belassen. Die FDP will nun eine erneute Volksabstimmung im nächsten Herbst erreichen und das Bebauungsverbot kippen.

Luthe kritisierte: „Nüchtern betrachtet wird eine Bebauung wegen der unbekannten Altlasten erheblich teurer und mit Blick auf den Artenschutz wahrscheinlich sogar unmöglich. Bauland ist ausreichend in Berlin vorhanden, es wird nur wegen der immensen Baukosten und langatmigen Bürokratie nicht genutzt. Wer bauen will, muss dafür keine Freiräume zerstören.“