Berlin - Angesichts zuletzt stetig steigender Infektionsraten berät der Berliner Senat am Dienstag über die Corona-Lage. Hintergrund sind zunehmende Warnungen aus Wissenschaft und Medizin vor allzu großer Sorglosigkeit im Umgang mit der Pandemie und der befürchteten vierten Corona-Welle im Herbst und Winter. So warnte die Charité erst am Montag vor einer Überlastung der Intensivstationen, die sich zunehmend füllen.

Eine Strategie gegen eine vierte Corona-Welle sind Auffrischungsimpfungen. Sie werden derzeit von der Ständigen Impfkommission (Stiko) vor allem für Menschen ab 70 empfohlen und in Berlin auch umgesetzt. Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte hierbei zuletzt mehr Tempo gefordert. Zudem hatte er betont, dass eine Auffrischung auch für jüngere Menschen Sinn mache und in ausreichendem Abstand zur vorherigen Impfung auch möglich sein solle. Dazu forderte er die Länder auf, ihre Impfzentren wieder hochzufahren.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Berlin lag am Dienstagmorgen laut RKI-Dashboard bei 156,1. Den Berliner Gesundheitsämtern sind 1498 Neuinfektionen und fünf weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet worden. Vergangenen Mittwoch hatte die Inzidenz in Berlin noch bei 111 gelegen.

In Berlin sind noch zwei von ehemals sechs Impfzentren offen. Zur Frage, ob wieder weitere dazukommen sollen, hat sich die Gesundheitsverwaltung bislang noch nicht geäußert.