Berlin - Die Folgen der Corona-Pandemie haben bei etwa 25 Prozent der Berliner Schüler Lernrückstände hinterlassen. Zu der Einschätzung kommt die Berliner Bildungsverwaltung. „Rund jeder vierte bis fünfte Schüler hat Lernlücken“, erklärt Pressesprecher Martin Klesmann gegenüber der Berliner Zeitung. Am Wochenende enden die Herbstferien in Berlin – Montag startet wieder der Unterricht.

„Alle Schulen wurden aufgefordert, Lernstandserhebungen durchzuführen. Wir haben die ersten Rückmeldungen. Es gab zudem nach den Sommerferien an jeder Schule Eltern-Kind-Gespräche“, so Klesmann. Berlin habe für die Schulen ein Förderbudget von 60 Millionen Euro zur Verfügung bekommen, erklärt er. 70 Prozent davon seien für die Lernförderung, 30 Prozent für die psychosoziale Arbeit.

Lernrückstand soll nachgeholt werden

Um die Rückstände aufzuholen, bieten einige Schulen Extra-Unterricht auch noch in den letzten Tagen der Ferien an. Insgesamt stehen für die Klassen 2 bis 13 insgesamt 8400 Plätze zur Verfügung. 40 davon in der Gemeinschaftsschule auf dem Rütli-Campus in Berlin-Neukölln.

Die FDP ist über den Rückstand empört. Der bildungspolitische Sprecher Paul Fresdorf sagte: „Die Zahlen der Schülerinnen und Schüler mit Lernlücken zeigen, dass die Sommerschulen in Berlin ein richtiger und wichtiger Ansatz waren, den versäumten Unterrichtsstoff nachzuholen und aufzuarbeiten. Gerade in den Fächern Mathematik und Deutsch, in denen die meisten Defizite liegen, müssen die Lerninhalte konsequent vermittelt werden.“ Nun sollten weitere Angebote erarbeitet werden, da die Dunkelziffer der Lernlücken bei den Schülerinnen und Schülern sicher noch etwas höher sein könnte, erklärte Fresdorf.

Weil während der Corona-Krise einige Hallenbäder geschlossen waren, können Kinder in den Ferien das Schwimmen-Lernen nachholen. Bis 22. Oktober 2021 ist es Schulkindern noch möglich, wieder in kleinen Gruppen ihr Schwimmabzeichen zu erlangen.