BerlinDas Verkaufsverbot für Feuerwerk vor Silvester war aus Sicht des Senats und der Polizei entscheidend für den weitgehend ruhigen Verlauf des Jahreswechsels. Das sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Das Verbot habe wesentlich dazu beigetragen, dass es weniger problematische Vorfälle, Angriffe auf Polizisten und Ansammlungen von Menschen in den Feuerwerks-Verbotszonen gegeben habe.

Das Ziel, in der Corona-Pandemie Gruppenbildungen zu vermeiden, sei erfolgreich umgesetzt worden, sagte Geisel. Allerdings sei es trotzdem nicht völlig friedlich geblieben und vereinzelt seien Polizisten gezielt angegriffen worden, zum Teil auch mit Brandsätzen wie Molotow-Cocktails. 

100 Einsätze weniger als im Vorjahr

Polizeipräsidentin Barbara Slowik sprach von mehreren Molotow-Cocktails, die in den Stunden nach Mitternacht nahe dem Kottbusser Tor und an einer anderen Stelle auf Polizeiautos geworfen worden seien. Gegen 2.00 Uhr habe ein Polizeiwagen nach einem Angriff durch eine „Feuerwand“ aus meterhohen Flammen fahren müssen.

Laut Geisel und Slowik wurden in der Nacht durch insgesamt 30 gezielte Angriffe 19 Polizisten verletzt. Die Polizei leistete demnach 1933 Einsätze, 100 weniger als im Vorjahr. Allein wegen des verbotenen Schießens mit Schreckschusspistolen seien 116 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Aggressive Menschen seien wieder in bekannten Problemkiezen und Brennpunkten aufgefallen. Geisel nannte die Viertel Gropiusstadt, Märkisches Viertel und den Hermannplatz mit seinen Seitenstraßen.