Berlin - Trotz vieler Sicherheitsvorkehrungen kommt es immer wieder zu Gewaltausbrüchen in Berliner Gefängnissen. Das zeigen Zahlen zu Tätlichkeiten und Angriffen von Gefangenen auf Justizvollzugsbeamte und andere Gefangene. Seit 2018 meldeten jedes Jahr zwischen 50 und 65 Justizvollzugsbeamte Tätlichkeiten durch Gefangene, wie aus aktuellen Zahlen der Senatsjustizverwaltung hervorgeht. In diesem Jahr registrierte die Behörde bis Ende Juli bereits 36 Fälle.

Aggressionen und Gewalt unter den Gefängnisinsassen sind noch deutlich häufiger. 2018 wurden 401 betroffene Gefangene gezählt, 2019 waren es 436 und im vergangenen Jahr 377. In diesem Jahr lag die Zahl bei 197 (Stand Ende Juli).

Steigende Gewaltbereitschaft auch in Brandenburg

Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) teilte mit: „Die Verrohung unserer Gesellschaft, die sich beispielsweise in Angriffen auf Rettungskräfte zeigt, spiegelt sich leider auch in den Gefängnissen wider.“ Zwar könnten die Justizvollzugsbeamten in den meisten Fällen ihren Dienst fortsetzen, trotzdem sei jeder Vorfall einer zu viel. Angeboten würden daher Trainingssituationen in der Ausbildung und Fortbildungen.

Auch in Brandenburg bereitet die steigende Gewalt in Gefängnissen Sorgen. Drei Jahre nach der Abschaffung sämtlicher Waffen für Bedienstete in den Gefängnissen wurden nun wieder Stöcke für bestimmte Einsatzteams eingeführt. „Neue gesellschaftliche Herausforderungen wie etwa eine allgemein zunehmende Gewaltbereitschaft sowie das verstärkte Aufkommen synthetischer Drogen wirken sich auch auf den Justizvollzug aus“, so Justizministerin Susanne Hoffmann (CDU). Das Ministerium verweist auf eine steigende Gewaltbereitschaft der Gefangenen. Die Körperverletzungen der Gefangenen untereinander nahmen demnach von 2014 bis 2019 von 51 auf 74 zu. Tätlichkeiten gegen Bedienstete im Justizvollzug stiegen im gleichen Zeitraum von 6 auf 13.