Berlin - Der Berliner Senat hat die Menschen indirekt ermahnt, bei der Einreise nach Polen nicht die aktuelle Corona-Verordnung auszunutzen. Aus der Berliner Infektionsschutzverordnung gehe klar hervor, dass man die Wohnung nur „aus triftigem Grund“ verlassen dürfe, stellte Senatssprecherin Melanie Reinsch. „Ein Böllerkauf in Polen gehört nicht dazu.“ Ob das Thema noch mal im Senat besprochen werde, sei offen.

Der Hintergrund: Berliner dürfen ohne anschließende Quarantäne zum Kurztrip und Einkaufen nach Polen einreisen – für Brandenburger gilt dies nicht. Diese Lage hat zu einer Debatte in beiden Ländern geführt. Es gab Berichte, wonach die Leute zum Böllerkauf oder zu anderen Einkäufen nach Polen fahren.

Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) zeigte sich am Donnerstag verärgert und kritisierte ungewöhnlich scharf Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD).

„Ich habe in der jetzigen Situation überhaupt kein Verständnis dafür, dass Bürgermeister Müller seinen Berlinern weiterhin erlaubt, Ausflüge nach Polen zu machen, um Schnaps, Zigaretten und Böller einzukaufen“, sagte Stübgen der Deutschen Presse-Agentur. Seit Anfang des Jahres habe Brandenburg versucht, sich mit Berlin abzusprechen. „Was die Berliner machen, ist jedoch nicht berechenbar.“

Der „Polenmarkt“ an der deutsch-polnischen Grenze bei Hohenwutzen wirbt auf seiner Homepage damit, dass es keine Einschränkungen für Besucher aus Berlin gebe. Der Markt habe geöffnet, auch die Friseure. An anderen Stellen entlang der Grenze gibt es ähnliche Märkte. Dort kaufen Deutsche seit eh und je alles mögliche – gerne auch Böller, die zum Teil in Deutschland nicht zugelassen sind. In diesem Jahr ist das besonders brisant, weil der Verkauf von Feuerwerk in Deutschland wegen der Corona-Pandemie verboten ist.