Berlin - Der Berliner Senat hat die Lernhilfen für besonders benachteiligte Kinder und Jugendliche im Corona-Lockdown aufgestockt. Statt der zunächst geplanten 20 Teams helfen jetzt 35 mobile Einheiten den Bewohnern von Wohngruppen und Heimen der Jugendhilfe beim Lernen zu Hause und bei der Freizeitgestaltung. 

Aktuell werden bereits rund 760 Kinder und Jugendliche in 119 Wohngruppen unterstützt, wie Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Mittwoch mitteilte. Sie begründete die Aufstockung des vor wenigen Wochen gestarteten Programms mit der großen Nachfrage.

Im Zuge des Projekts unterstützen erfahrene Pädagogen und andere Fachkräfte die Schüler mit individuellen Lösungen, mit Beratung und Motivation. Zu den Angeboten zählen digitale Lerngruppen, individuelles Coaching via Telefon oder Internet, die Vernetzung mit älteren Schülern oder persönliche „Treppenhaus- und Fenster-Gespräche“.

Getragen wird das Programm „Mobile Jugend-Lern-Hilfe.Jetzt“ von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS). Nach derzeitiger Planung soll es bis zu den Osterferien laufen. Zunächst hatte die Bildungsverwaltung 650.000 Euro dafür bereitgestellt, die Summe wurde nun auf 840.000 Euro erhöht. Außerdem stehen rund 100 Tablets als Leihgeräte zur Verfügung.

Berlin sei mit dem Programm bundesweit Vorreiter, erklärte Scheeres. „Gerade in der Pandemie dürfen wir Kinder und Jugendliche, die in Einrichtungen leben, nicht vergessen. Viele benötigen Unterstützung beim Lernen, es fehlen soziale Kontakte und Freizeitangebote.“ Die mobilen Teams könnten gezielt helfen und entlasteten damit auch die Erzieherinnen und Erzieher in den Einrichtungen. Im Lockdown sind Berlins Schulen seit Wochen weitgehend geschlossen.