Großveranstaltungen mit mehr als 5000 Teilnehmern bleiben bis zum 31. Dezember 2020 verboten. 
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BerlinGroßveranstaltungen im Freien mit mehr als 5000 Teilnehmern bleiben in Berlin bis Ende des Jahres untersagt. Der Senat verlängerte ein entsprechendes Verbot, das bisher bis zum 24. Oktober galt, bis zum 31. Dezember. Das sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller am Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz nach einer Sondersitzung des Senats.

Die neue Regel betrifft auch traditionelle Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkte oder die Silvesterfeier am Brandenburger Tor. Auch dazu dürfen sich nicht mehr als 5000 Menschen gleichzeitig versammeln, wie Müller verdeutlichte.

„Es kann Weihnachtsmärkte geben mit Einschränkungen und Regeln und Zahlenbegrenzung“, sagte Müller. Aber Massenveranstaltungen mit Zehntausenden Besuchern eben nicht. „Das wird so wie bisher in den letzten Jahrzehnten nicht stattfinden können.“

Zuvor hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, dass Volksfeste, größere Konzerte, Sportveranstaltungen und andere Großveranstaltungen, bei denen Hygieneregeln und Mindestabstände nicht gewährleistet sein können, bis mindestens Jahresende verboten bleiben sollen. Ausnahmen sollen in Regionen mit wenigen Infektionen gelten – und wenn nur Menschen aus der Umgebung teilnehmen.

In Berlin soll die maximal erlaubte Teilnehmerzahl von Messen, Tagungen und gewerblichen Freizeitangeboten im Innenbereich bis zum 1. Oktober schrittweise auf 1000 erhöht werden, seit 1. August sind 500 Menschen erlaubt. Draußen dürfen bei solchen Veranstaltungen momentan bis zu 1000 und vom 1. September an bis zu 5000 Menschen zusammenkommen. 

Müller appellierte, die Regeln, die auf Bundes- und Länderebene beschlossen wurden, ernst zu nehmen. „Wir müssen achtsam sein“, sagte er. Die überwiegende Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner sei verantwortungsbewusst, aber einige nähmen die Situation nicht so „ernst wie sie es müssten“. „Es ist mein dringender Appell an alle Berlinerinnen und Berliner, ich bitte Sie sehr, die Regeln ernst zu nehmen und auch umzusetzen. Wir müssen sorgsam miteinander umgehen“, sagte Müller.

Die Infektionszahlen seien noch beherrschbar, doch es sei nicht die Zeit für weitere Lockerungen, ergänzte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop. „Wir alle haben es in der Hand, einen zweiten Lockdown zu vermeiden“, sagte sie.

Erst am Dienstag will der Senat über Regelungen für private Feiern beraten.