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BerlinUm die Schließung von sechs Filialen des Konzerns Galeria Karstadt Kaufhof in Berlin zu verhindern, wenden sich nun der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) in einem gemeinsamen Brief an die Vermieter der bedrohten Warenhäuser. Darin bitten sie dringend um ein Gespräch „über mögliche Fortführungsperspektiven für den jeweiligen Standort und die Sicherung von Arbeitsplätzen“, wie der rbb am Mittwoch aus Senatskreisen berichtet.

Laut dem Bericht weisen Müller und Pop in ihrem Schreiben auf die „dramatischen Auswirkungen“ auf die mehr als 1000 Beschäftigten hin, zudem seien die Filialschließungen negativ für den Handelsstandort Berlin „aber auch die Berliner Wirtschaft in Gänze“. Deswegen wolle der Senat unter anderem über Lösungen im Zusammenhang mit Mietsenkungen sprechen.

Müller hatte nach der Senatssitzung am Dienstag gesagt, er wolle mit Armin Laschet, dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, wo der Firmensitz liegt, über das Thema sprechen. „Ich möchte das gerne abgestimmt machen, auch mit NRW.“ Einen engen Austausch gebe es außerdem mit den Betriebsräten. „Wir werden auch in den nächsten Tagen mit Sicherheit noch einmal zusammenkommen, wenn wir eine Rückkopplung haben, wie die Situation bei den Vermietern ist, ob und wie sie sich auf Gespräche und mögliche Mietänderungen einlassen“, sagte Müller.

„Wir hatten auch eine Runde mit den zwölf Bezirksbürgermeistern, die sich natürlich sehr große Sorgen machen wegen ihrer Einkaufsstraßen und ihrer Quartiere“, so der Berliner Regierungschef. „Die Warenhäuser sind von großer Bedeutung auch für die anliegenden Einzelhandelsgeschäfte, die diesen Anziehungspunkt und Anker brauchen.“

In Berlin sollen sechs von elf Filialen geschlossen werden, außerdem das Potsdamer Kaufhaus. 1000 von 2100 Beschäftigten in Berlin und 210 von 400 in Brandenburg wären davon betroffen.