Sergej Lawrow nutzt UN-Vollversammlung, um Russland als Opfer des Westens darzustellen 

Bei der UN-Vollversammlung in New York sagte Russlands Außenminister: „Unter dem Slogan einer regelbasierten Ordnung führt der Westen überall Trennlinien ein“.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow spricht vor der UN-Vollversammlung in New York
Der russische Außenminister Sergej Lawrow spricht vor der UN-Vollversammlung in New YorkMary Altaffer/AP/dpa

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat dem Westen vorgeworfen, die Welt wieder in Blöcke einteilen zu wollen. „Unter dem Slogan einer regelbasierten Ordnung führt der Westen überall Trennlinien ein, die auf eine Konfrontation zwischen Blöcken hinauslaufen: Entweder bist du für uns oder gegen uns“, sagte Lawrow am Samstag bei der laufenden Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York laut Übersetzung. Eine dritte Option sei nicht möglich, es gebe keine Kompromisse.

Westliche Staaten haben Russland mit harten Sanktionen belegt und grenzen sich von dessen Regierung ab, nachdem Moskaus Truppen Ende Februar das Nachbarland Ukraine überfallen hatten.

Lawrow: Bewohner der Ostukraine wollen zu Russland gehören

Lawrow wies zudem die Kritik an den Scheinreferenden in mehreren besetzten ostukrainischen Gebieten zurück. Der „Wutausbruch“ des Westen sei unbegründet, sagte Lawrow am Samstag bei der laufenden Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York. Die Bewohner der Regionen nähmen nur „ihr Land mit, in dem ihre Vorfahren seit Hunderten von Jahren leben.“

Russland hatte das Nachbarland Ende Februar überfallen. Seit Freitag wird in den vier russisch besetzten Gebieten Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja in Scheinreferenden über einen Beitritt zu Russland abgestimmt. UN-Generalsekretär António Guterres hatte eine mögliche Annexion der Gebiete zuletzt als Verletzung des Völkerrechts bezeichnet.