Sie wollte offenbar einem amerikanischen Serienmörder nacheifern: Am Freitag hat der Prozess gegen eine 19-Jährige begonnen, die ihr Date in einen Hinterhalt gelockt und den Mann mit einem Messer getötet haben soll. Der Frau wird Mord vorgeworfen, wie das Landgericht Bamberg in Bayern mitteilte.

Laut Anklage soll sich die damals 18-Jährige im Mai über ein Dating-Portal mit dem ihr unbekannten 39-jährigen Nürnberger verabredet haben. Der holte sie demnach an ihrem Wohnort im Landkreis Forchheim ab, gemeinsam machten sie sich auf den Weg zu einer abgelegenen Hütte – die junge Frau hatte vorgegeben, Sex mit ihm haben zu wollen. Stattdessen soll sie den Mann aber veranlasst haben, das Auto auf einem Feldweg zu stoppen, um ihm dann völlig unvermittelt mit einem Messer in den Hals zu stechen.

Opfer konnte sich zunächst retten, starb aber drei Wochen später

Der Mann konnte ihr das Messer noch abnehmen und sich zunächst zu einer nahen Bundesstraße retten. Dann brach er zusammen. Er starb etwa drei Wochen später im Krankenhaus. Offenbar hatte sie ihn völlig zufällig ausgewählt: Laut Anklage gab es viele Chatpartner – mit dem 39-Jährigen soll es eben als Erstes mit einem Date geklappt haben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bewunderte die Deutsche den amerikanischen Serienmörder Richard Ramírez. Sie habe in seine Fußstapfen treten wollen, indem sie wahllos ausgewählte Menschen tötet, um berühmt zu werden. Im Prozess sagte die Angeklagte laut Gericht zunächst nicht aus. Am Dienstag geht es weiter.

Der „Night Stalker“ genannte Serienkiller Ramírez wurde 1989 wegen dreizehn Morden zum Tode verurteilt. Er hatte mit Morden, Vergewaltigungen und Einbrüchen Menschen in Südkalifornien in Angst versetzt. 2013 starb er an natürlichen Ursachen in Haft.