Moskau - Bei der Kletter-WM in Russland haben TV-Bilder für Wirbel in den sozialen Netzwerken gesorgt. Medienberichten zufolge filmte der Kameramann die österreichische Meisterin Johanna Färber während dem Halbfinale von hinten und lieferte Nahaufnahmen von ihrem Po. 

Auf dem Körperteil waren Handabdrücke von weißem Magnesiumpulver zu sehen. Weshalb die Bilder von der Regie zudem in Zeitlupe gesendet wurden, ist unklar. Viele Menschen im Netz machten daraufhin ihrem Ärger Luft. Sie warfen dem Sender Sexismus vor.  

Wenig später räumte der Kletter-Weltverband IFSC Fehler ein und entschuldigte sich bei „Färber, dem österreichischen Kletterverband und der gesamten Sportklettergemeinschaft“. „Die IFSC verurteilt die Objektivierung des menschlichen Körpers und wird weitere Maßnahmen ergreifen, um dies zu stoppen und die Athleten zu schützen“, hieß es. 

Schon der zweite sexistische TV-Vorfall, von dem Johanna Färber betroffen ist

Ende Juni beim Heim-Weltcup in Innsbruck war es offenbar bereits zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Ein Kameramann des ORF zoomte den Po der Klettererin auffallend stark heran. Färber beschwerte sich daraufhin und warf dem Mann Respektlosigkeit vor. Die Sportlerin klagte: „Wir müssen aufhören, Frauen im Sport zu sexualisieren und anfangen, ihre Leistungen zu schätzen!“

Nach dem Eklat in Moskau verzichtete Färber jedoch bislang auf ein Statement. Auch bei den Olympischen Spielen wurde gehäuft Sexismus im Sport angeprangert. So trugen beispielsweise die deutschen Turnerinnen Ganzkörperanzüge, um auf die Sexualisierung von Körpern aufmerksam zu machen.