Der mutmaßliche Missbrauchstäter von Wermelskirchen (NRW) soll über das Internet ein Netzwerk von Pädokriminellen aufgebaut und Akten über dessen Aktivitäten geführt haben. Dies berichtet die Bild-Zeitung. Der Beschuldigte soll demnach Dokumente über Täter und Opfer angelegt und darin auch die Neigungen von mindestens 73 Komplizen notiert haben. Der IT-Experte und Wirtschaftsinformatiker habe sein Fachwissen genutzt, um die Dokumentation zu erstellen und zugleich Taten zu verschleiern.

Die zuständigen Ermittler hätten ein derart akribisches Vorgehen bei einem Missbrauchstäter noch nie gesehen, so die Bild-Zeitung. Der Beschuldigte habe einen hohen bürokratischen Aufwand betrieben und beispielsweise aufgeführt, welcher Täter Zugang zu welchem Opfer hatte. Es sei auch darum gegangen, welches Geschlecht und welches Alter die Kinder haben sollten. Meist sei es um Säuglinge und Kinder unter drei Jahren gegangen.

Wermelskirchener bot seine Dienste als Babysitter an

Der Wermelskirchener sei sich seiner Sache so sicher gewesen, dass er beispielsweise einen Berliner Komplizen beruhigte, der sich vor Entdeckung fürchtete. Er müsse keine Angst haben, auf einem Video zu sehen zu sein – alles werde verschlüsselt. Der Wermelskirchener habe im Internet seine Dienste als Babysitter angeboten und sich so seinen Opfern nähern können. Der nicht vorbestrafte 44-Jährige soll im Großraum Köln selbst zwölf Kinder – zehn Jungen und zwei Mädchen – missbraucht haben.

Seit Donnerstag steht einer seiner mutmaßlichen Komplizen in Wuppertal (NRW) vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, seinen damals achtjährigen Stiefsohn mindestens dreimal beim Baden missbraucht zu haben. Diese Tat habe der Wermelskirchener offenbar live per Videochat verfolgt und die Tat gefilmt, so die Bild-Zeitung. Ermittler hätten das Video bei ihm entdeckt.