Insgesamt 26 Menschen wurden von der italienischen Polizei festgenommen (Symbolbild). 
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NovaraDie italienische Polizei hat einen 77-Jährigen verhaftet, dem Sklaverei und sexueller Missbrauch vorgeworfen werden. Der Mann soll nach Angaben der Polizei selbst ernannter Guru einer Sekte gewesen sein, bei denen junge Frau und Mädchen gezielt „einer Art Gehirnwäsche“ unterzogen wurden. Anschließend habe der Mann nach Polizeiangaben die völlige Kontrolle über das Leben der teils noch minderjährigen Opfer übernommen. Die Ermittler gehen von einer sexuellen Motivation des 77-Jährigen aus.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Turin soll der jetzt Verhaftete unter anderem Tanzschulen, Kunsthandwerks-Läden und esoterische Zentren genutzt haben, um junge Frauen und Mädchen anzulocken. Bei Eintritt in die Sekte hätten sie den Kontakt zur Außenwelt dann komplett abbrechen müssen, berichtet die  Zeitung La Repubblica unter Berufung auf italienische Behörden. Den Mann hätten die Frauen dann nur noch mit „Doktor“ ansprechen dürfen.

Auf einem in diesem Zusammenhang von der Polizei am Montag veröffentlichten Video ist zu sehen, wie mehrere weibliche Sektenmitglieder eine Art Gruppentanz aufführen und dabei teilweise nackt sind. Zudem zeigt das Video der Polizia di Stato (Staatspolizei) auch Durchsuchungsmaßnahmen im Rahmen der „Operazione Dioniso“, bei der insgesamt 26 Menschen festgenommen wurden.

Von den örtlichen Behörden wurde die Sekte bereits zwei Jahre lang beobachtet. Zuvor hatte eine Aussteigerin von dem Guru berichtet. Die „Sekte der Bestien“, wie sich die Gruppe selbst genannt haben soll, wurde demnach bereits in den 80er-Jahren gegründet.  Unter den zahlreichen Komplizen befinden sich laut Medienberichten auch ausgebildete Psychologinnen, die Mädchen mit dem Versprechen auf Hilfe anlockten.