„Shaka laka boom“: Melnyk freut sich über Explosion auf Krim-Brücke   

Nach der Zerstörung der für Russland wichtigen Krim-Brücke lässt die Ukraine eine Beteiligung offen. Botschafter Andrij Melnyk feiert aber die Bombenexplosion.

Andrij Melnyk feiert die Explosion auf Twitter
Andrij Melnyk feiert die Explosion auf Twitterdpa/Christophe Gateau

Andrij Melnyk, der Botschafter der Ukraine in Deutschland, feiert auf Twitter die Bombenexplosion auf der Krim-Brücke. Nach russischen Angaben war am Samstagmorgen eine Bombe auf einem Lkw explodiert, ein Güterzug fing Feuer. Außerdem stürzten Teile der Brückenautobahn ins Meer. Drei Menschen starben. Die Brücke wurde von Russland nach der Annexion der Krim gebaut, über sie wird das russische Militär im Ukraine-Krieg mit Nachschub versorgt.

Andrij Melnyk, der noch bis zum 14. Oktober Botschafter der Ukraine in Deutschland ist, schrieb auf Twitter: „Shaka laka boom boom. Die Befreiung der Krim beginnt. JETZT.“ Er postete ein Video von der Explosion, in dem im Anschluss ein runterzählender Wladimir Putin eingespielt ist. Am Ende des Video-Streifens folgt der wohl sarkastisch gemeinte Satz „What doing birthday“ Eine Anspielung auf Putins 70. Geburtstag vor wenigen Tagen. 

Explosion auf der Krim-Brücke: Selenskyj lässt Beteiligung der Ukraine offen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ließ eine Beteiligung seines Landes an der Explosion auf der Krim-Brücke offen. In der Ukraine sei es großteils sonnig und warm gewesen, „auf der Krim leider bewölkt, obwohl auch dort warm“, sagte er in seiner täglichen Videoansprache in Anspielung auf die morgendliche Detonation an der Brücke. Näher ging er auf den Vorfall nicht ein. Anschließend forderte er die Russen einmal mehr zur Aufgabe und Flucht auf. Das sei ihre beste Option, um am Leben zu bleiben. Es werde eine Zukunft ohne Besatzer geben in der Ukraine. „Auf unserem ganzen Territorium, insbesondere auf der Krim“, sagte er.

Vor Selenskyj hatten bereits mehrere hochrangige Politiker aus der Umgebung des ukrainischen Präsidenten die Spekulationen um eine Tatbeteiligung Kiews angeheizt. Der Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrats, Olexij Danilow, veröffentlichte am Samstag auf Facebook Aufnahmen von dem teils zerstörten Bauwerk, das Russland und die 2014 von Moskau annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim verbindet. Daneben stellte er ein Video, das die Hollywood-Legende Marilyn Monroe (1926 - 1962) zeigt, wie sie im Jahr 1962 für den damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy das Geburtstagsständchen „Happy Birthday, Mr. President“ singt. Der russische Präsident Wladimir Putin feierte am Freitag seinen 70. Geburtstag.

Der Berater des Präsidentenbüros: „Alles Illegale muss zerstört werden“

Der Berater des Präsidentenbüros, Mychajlo Podoljak, wiederum twitterte zunächst: „Alles Illegale muss zerstört werden, alles Gestohlene muss an die Ukraine zurück.“ Ein paar Stunden später ruderte er mit kryptischen Äußerungen zurück. Er stellte den Anschlag als Konkurrenzkampf zwischen russischer Armee und Geheimdienst FSB dar. Der FSB versuche die Armeespitze auszuwechseln und sei nun plötzlich selbst angeschlagen, weil er den Angriff auf die Brücke verschlafen habe. „Ist es nicht offensichtlich, wer die Explosion verursacht hat?“, übte er sich in Verschwörungstheorien.