Der belgische Schäferhund Donnie ist ein Spürhund der Bundeswehr. Aktuell erhält Donnie seine dritte Ausbildung zum Corona-Spürhund.
Foto.dpa/Roland Alpers

HannoverDiensthunde der Bundeswehr sollen künftig erschnüffeln können, ob ein Mensch mit Corona infiziert ist. Die Streitkräfte und die Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover testen diese Möglichkeit aktuell mit zehn Tiere an der Diensthundeschule der Bundeswehr bei Ulmen in der Vulkaneifel. Beteiligt sind Schäferhunde, Spaniel und Retriever, teilte die Bundeswehr nach dpa-Angaben am Montag mit. 

„Mit einer Trefferquote von derzeit etwa 80 Prozent sind die Forscher in Ulmen auf dem besten Weg, das Projekt erfolgreich weiterzuführen“, erklärt ein Sprecher der mitten im Wald liegende Diensthundeschule der Bundeswehr. Bereits in wenigen Wochen sollen belastbare Ergebnisse vorliegen.

Bislang schnuppern die Hunde an Speichelproben infizierter Menschen, in denen die Viren chemisch unschädlich gemacht wurden. Nach einem erfolgreichen Abschluss dieser Versuchsreihe käme die nächste Hürde, das Erschnüffeln von aktiven Coronaviren in menschlichem Speichel. TiHo-Doktorandin Paula Jendrny: „Das muss dann unter ganz anderen Bedingungen stattfinden, schließlich müssen wir sicher sein, dass sich niemand an den hochinfektiösen Proben anstecken kann.“ 

Ein Hund hat über 220 Millionen Riechzellen, das sind 114 Millionen Riechzellen mehr als der Mensch. Damit findet ein speziell trainierter Mantrailer-Hund nach Angaben von Hundetrainern der Polizei einen Tropfen Benzin auf einem Fußballfeld innerhalb von wenigen Minuten. Die Tiere können Gerüche zudem „lernen“ und und anhand der molekularen Zusammensetzung eines Geruchs Sprengstoffe oder Drogen erschnüffeln.

Auch verschiedene Krebserkrankungen oder etwa die drohende Unterzuckerung von Diabetikern können entsprechend trainierte Hunde riechen. Auf dieser Grundlage ist auch die Idee für das Corona-Projekt entstanden.