Berlin - Erstmals seit Mai ist die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen wieder auf einen Wert über 50 gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Samstagmorgen eine Inzidenz von 51,6 Fällen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage. Am Vortag war die Inzidenz noch mit 48,8 angegeben worden. Bundesweit wurden 8092 Neuinfektionen binnen eines Tages mit dem Coronavirus nach 9280 am Vortag gemeldet.

Die Sieben-Tage-Inzidenz war Ende Mai erstmals seit Oktober wieder unter den Wert von 50 gefallen. Während das RKI nun 17 neue Todesfälle meldete, waren es am 26. Mai an einem Tag aber noch 270 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-Erkrankung gewesen.

Laut MDR hat es am Freitag bundesweit 651 Covid-19-Intensivpatienten gegeben, im Vergleich zum Vortrag ist die Zahl um 30 angestiegen. Die Kapazität an Intensivbetten ist noch nicht strapaziert: 4365 Betten sind derzeit frei. Dennoch gibt es in 26 Kreisen der Republik keine freien Betten mehr. 

In Berlin fiel die Inzidenzzahl auf 67,0 bei 337 Neuinfektionen

In Berlin fiel die Inzidenz auf 67,0, – am Vortrag hatte sie noch bei 69,7 gelegen. 337 neue Fälle sind von den Gesundheitsämtern registriert worden, am Freitag waren es 473 Neuinfektionen gewesen. 

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Der Wert steigt seit Wochen in Deutschland wieder stetig an. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie erhöhte sich nach RKI-Angaben auf 3.861.147. Die Zahl der Todesfälle stieg auf insgesamt 91.973.

Brandenburg: Corona-Infektionen steigen weiter

Auch in Brandenburg nehmen die Corona-Infektionen laut den Angaben der Behörden wieder deutlich zu. Innerhalb eines Tages kamen 109 neue Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium am Samstag in Potsdam mitteilte. Am Freitag waren 78 neue Infektionen gezählt worden.

Die meisten neuen Ansteckungen - nämlich 26 - seien im Kreis Havelland registriert worden, der nun mit Cottbus eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 50 hat. Der landesweite Wert neuer Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen liegt bei knapp 25, vor einer Woche war er noch unter 20. Allerdings liegt der Wert deutlich unter dem bundesweiten Durchschnittswert.

Corona-Tests für Restaurants und Veranstaltungen

In mehreren Brandenburger Landkreisen und Städten müssen die Bewohner wieder einen negativen Test vorlegen, wenn sie zum Beispiel in die Gaststätte oder zu Veranstaltungen gehen wollen.

Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf Tagen hintereinander über 20 liegt, tritt die Testpflicht in Kraft, nachdem die Kommune das veröffentlicht hat. Der Wert liegt in Cottbus und Potsdam sowie in den Kreisen Havelland, Oberhavel und Teltow-Fläming schon länger über der 20er-Marke. In Frankfurt (Oder) könnten Tests bald wieder nötig werden, der Wert liegt den vierten Tag in Folge über 20. Dagegen meldeten die Behörden in Ostprignitz-Ruppin fünf Tage in Folge unter 20.

Besucherzahl für Festivals liegt jetzt bei maximal 5000 Gästen

Für Festivals sinkt die erlaubte Besucherzahl von 7000 auf 5000, wenn der Wert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an fünf aufeinanderfolgenden Tagen überschritten wird. Das ist derzeit nur in Cottbus und im Havelland der Fall. Das Brandenburger Kabinett berät am Dienstag über den weiteren Umgang mit den Beschränkungen.

Ab Montag müssen Grundschüler in Brandenburg keine Maske mehr tragen - dies war zwei Wochen lang eine Vorsichtsmaßnahme wegen der Rückkehr aus den Sommerferien. In weiterführenden Schulen gilt sie aber weiter. In einem Brief an Eltern und Schüler werben Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) und Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) dafür, dass sich Kinder ab 12 und Jugendliche impfen lassen.

Geplant sind in Impfzentren Familienimpftage und Zeiten für Schulklassen sowie bei Bedarf mobile Impfangebote für Schulen.