Singapur wird von streitlustigen Otter-Horden terrorisiert

Etwa 17 Otter-Familien leben in den wasserreichen Parks des Stadtstaats. Gelegentlich greifen sie auch Menschen an. Nun sollen die Otter umziehen.

Otter in Singapur.
Otter in Singapur.imago/NurPhoto

Die Behörden von Singapur haben derzeit mit einer explodierenden Otterpopulation zu kämpfen. Die Tiere schlafen unter Brücken, verwüsten private Fischteiche und sind angriffslustig.

Um die Stadt ottersicher zu gestalten, arbeitet das National Parks Board derzeit an Umsiedlungsstrategien. N. Sivasothi, Dozent für Biowissenschaften an der National University of Singapore, erklärte gegenüber der britischen Tageszeitung The Guardian: „Es gibt keinen Ort in Singapur, an dem man von Ottern völlig isoliert wäre.“ Nach Angaben der Parkbehörde verwüsten derzeit rund 170 Otter Wohngebiete der Stadt.

Marodierende Otterbanden werden umgesiedelt

In einer etwa einwöchigen Aktion wurden nun sechs Otter aus ihrem Versteck herausgelockt und an einen unbekannten Ort gebracht. Die Otter hatten das Gebiet monatelang besucht, um Fische aus den Teichen zu fangen. In einer Nacht hätten sie zehn Häuser überfallen, so Sivasothi. Mittlerweile wäre die Sechsergruppe an einen neuen Aufenthaltsort umgesiedelt, der über natürliche Nahrungsquellen verfüge.

Tan Kiat How, Singapurs Staatsminister für nationale Entwicklung, Kommunikation und Information, schrieb auf Facebook, die Operation sei „reibungslos“ verlaufen. Zudem rief er die Singapurer auf, die Tiere nicht zu füttern. Die Arbeitsgruppe helfe nun, die Zäune in den Wohngebieten zu flicken, Otterhöhlen zu füllen und Lockstoffe wie Kois zu entfernen.

Eine Otterbande streift durch den Park.
Eine Otterbande streift durch den Park.imago/NurPhoto

Britischer Mann spricht von Nahtoderfahrung

Letztes Jahr berichtete ein in Singapur lebender Brite, dass er „dachte, er würde sterben“, als ein Rudel Otter ihn plötzlich im Botanischen Garten verfolgte. Die Tiere sollen ihn zu Fall gebracht haben und innerhalb weniger Sekunden 26 Mal gebissen haben. Monate zuvor sei ein 77-jähriger Mann bei seinem morgendlichen Spaziergang in der Nähe des Kallang-Flusses ins Bein gebissen worden. „Wir haben es hier mit etwas noch nie Dagewesenem zu tun“, führte Sivasothi aus.