HinertuxBei Twitter kursieren derzeit Bilder von Skifahrern in Tiroler Skigebieten wie dem Hintertuxer Gletscher und dem Kauerntal. Dutzende Menschen stehen hier dicht an dicht, viele von ihnen ohne Maske. Geltende Abstandsregeln werden offensichtlich ignoriert. Die Bilder sind echt und aktuell. Und sorgen für Kritik über den Umgang mit Corona in der jetzt gestarteten Skisaison.

Zwar wurde in Tirol, wo Wintersport die entscheidende Einnahmequelle ist, eine Reihe von speziellen Maßnahmen erlassen, damit die Corona-Verordnungen eingehalten werden können. „Ski-Vergnügen ja, aber ohne Après-Ski“, lautet das Motto.  Essen und Getränke gibt es nur im Sitzen, in Gondeln herrscht Maskenpflicht. Darüber hinaus setzen Behörden, Tourismusverbände und Betreiber je nach Bundesland und Skigebiet auf unterschiedliche Maßnahmen.

„Wintersportgebiete wie Ischgl sind im Zuge der Berichterstattung ein Synonym für die Pandemie geworden. Das entspricht natürlich nicht der Realität, aber trotzdem haben viele Menschen Vorbehalte, in diese Gebiete zu reisen. Das nehmen wir sehr ernst“, so der Direktor des Tourismusverbands St. Anton am Arlberg, Martin Ebster.

Die Bandbreite an Maßnahmen ist groß: Ein Multifunktionstuch als Mund-Nasen-Schutz gibt es in manchen Skiorten zu kaufen, anderswo direkt zum Saisonpass. Beim Anstehen für Skilifts muss Abstand eingehalten werden. Hotel- und auch Skigebietsmitarbeiter sollen häufiger auf Corona getestet werden, teils soll täglich vor Dienstantritt Fieber gemessen werden.

Registrierung von Gästen und Kontaktnachverfolgung sollen auch per Handy erfolgen. Manche Orte wollen die Lage mit einem Abwassermonitoring im Blick behalten.

Gegenüber der Welt bezog Daniel Frizzi, Pressesprecher und Covid-Beauftragter der Kaunertaler Gletscherbahnen, Stellung zu den aktuellen Bildern. Es sei „eine neue Situation, und wie unser Kanzler Kurz sagt: Wir lernen jeden Tag dazu.“