Berlin -  Die Infektionszahlen steigen, die Intensivstationen werden wieder voller – durch Berlin schwappt die dritte Corona-Welle. Doch anders als früher will der Senat von der Logik „öffnen-schließen-öffnen-schließen“ wegkommen und deshalb keine Notbremse ziehen. Die vorsichtigen Lockerungen im Handel sollen vielmehr bleiben, flankiert durch neue Vorgaben. Wie läuft Shoppen ab Mittwoch ab? Fragen und Antworten dazu.

Wer muss ab Mittwoch wo einen negativen Corona-Test vorweisen?

Alle Kunden müssen grundsätzlich vor Betreten eines Geschäfts ein tagesaktuelles negatives Testergebnis vorweisen. Ausgenommen ist dabei die Grundversorgung, dazu gehören beispielsweise Supermärkte. Eine Testpflicht gilt auch für körpernahe Dienstleistungen wie Friseurbetriebe und für kulturelle Einrichtungen wie Museen, Galerien und Gedenkstätten. Ein Bescheid über eine überstandene Corona-Infektion oder ein Impfbescheid ersetzen keinen negativen Corona-Test.

Wie soll das mit dem Testen organisiert werden?

Wer im Elektronikmarkt ein Smartphone oder im Textilgeschäft eine Hose kaufen oder im Kaufhaus einfach ein wenig bummeln möchte, soll mehrere Möglichkeiten haben. Er kann vorher zu einem Testzentrum gehen und sich einem Schnelltest unterziehen. Der wäre zumindest einmal die Woche kostenlos. Manche der aktuell rund 170 Teststationen bieten online Termine an, andere kann man ohne Termin aufsuchen – hier muss man aber Zeit mitbringen und mit Warteschlangen rechnen. 

Mit dem Handel sei vereinbart worden, an Einkaufszentren Testangebote bereitzustellen, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag. Sie habe gegenüber dem Handel auch die Bitte geäußert, Teststellen auf Supermarktparkplätzen einzurichten. Das Know-how dafür und entsprechende Dienstleister stünden zur Verfügung.

Werden Selbsttests aus Supermarkt, Internet oder Drogerie akzeptiert?

Nils Busch-Petersen, Geschäftsführer beim Handelsverband Berlin-Brandenburg (HBB), verneint dies. Bei daheim durchgeführten Selbsttests besteht das Problem, dass es oft keine eindeutigen Belege gibt, wer den Test wann durchgeführt hat.

Kann man mit einem Test weitere Läden betreten und wie lange?

Das ist noch unklar. Ob ein tagesaktueller Test 24 Stunden lang gültig ist, „dazu haben wir mit der Senatsverwaltung vereinbart, eine Klärung herbeiführen“, sagt Nils Busch-Petersen. „Nach unserer Auffassung wären 24 Stunden sinnvoller, um Testzentren besser auszulasten und weil es lebensnäher wäre, alle Erledigungen nacheinander zu besorgen.“

Können Angestellte mit dem Testergebnis aus dem Betrieb in ein Geschäft?

Das sei so vorgesehen, erklärt Einzelhandelsverbandschef Busch-Petersen. Es werden dann auch die Negativ-Ergebnisse der Selbstschnelltests akzeptiert, die vor allem die Firmen beim Testen der Mitarbeiter verwenden sollen. Da es für die Selbstschnelltests keine amtlichen Zertifikate gibt, werde die Senatsgesundheitsverwaltung daher ein Musterformular auf ihrer Internetseite zur Verfügung stellen, mit dem Arbeitgeber ihren Beschäftigten das Negativ-Testergebnis bestätigen sollen.

Muss man vor dem Shoppen weiterhin Termine bei den Geschäften oder Zeitfenster buchen?

Nein, diese Vorgabe fällt mit der neuen Strategie wieder weg. In den Läden gelten aber weiterhin je nach Größe Obergrenzen für die Zahl der gleichzeitig anwesenden Kunden. Auch Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen greifen weiterhin.

Gilt weiterhin Maskenpflicht?

Ja, sie wurde sogar verschärft. Waren bisher FFP2- oder einfachere sogenannte OP-Masken vorgeschrieben, sind ab Mittwoch nur noch FFP2-Masken erlaubt. Das gilt übrigens für alle Innenräume jenseits der eigenen vier Wände, also auch im ÖPNV, in Arztpraxen, Schulen und Museen.

Haben Geschäfte über Ostern geöffnet?

Ja, wie üblich bis einschließlich Gründonnerstag und am Karsamstag. Denn die von Bund und Ländern eigentlich vereinbarte Osterruhe wurde vergangenen Mittwoch nicht zuletzt wegen komplizierter rechtlicher Fragen wieder abgesagt. Was bleibt, ist der Appell des Senats an die Bürger, ihre Kontakte über die Feiertage gering zu halten und möglichst zu Hause zu bleiben. Ein Shopping-Ausflug würde dem eher entgegenstehen.

Was ist eigentlich mit den Beschäftigten im Einzelhandel?

Seit Montag sind deren Arbeitgeber verpflichtet, die individuellen Schutz- und Hygienemaßnahmen durch ein Testkonzept zu ergänzen – soweit ausreichend Tests zur Verfügung stehen und deren Beschaffung zumutbar ist. Mitarbeiter, die an ihrem Arbeitsplatz präsent sind, müssen regelmäßig, mindestens aber einmal pro Woche ein kostenloses Testangebot bekommen. Beschäftigte mit direktem Kontakt zu Kunden sind verpflichtet, das Angebot wahrzunehmen. Das gilt auch für Selbstständige.