Berlin - Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) macht die Zunahme an Omikron-Fällen in Deutschland etwas Sorgen, er sieht aber in der Entwicklung viel Positives. In der Nacht zu Sonntag verbreitete er einen Artikel der britischen Zeitung The Telegraph. In Großbritannien gibt es schon viel mehr Omikron-Fälle des Coronavirus, die Auswirkungen auf das Gesundheitssystem lassen sich daher für Deutschland besser abschätzen.

Omikron führe in Großbritannien zu sehr vielen Krankenhauseinweisungen, so der Bundesgesundheitsminister. „Intensivfälle steigen auch, aber langsamer. Unsere Ungeimpften sind das Problem. Für sie könnte jetzt zumindest die erste Impfung Leben retten“, schrieb Lauterbach auf Twitter.

Inzidenz in Deutschland auf 222,7 gestiegen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am vierten Tag in Folge einen Anstieg der offiziellen bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 222,7 an. Weil zwischen den Jahren weniger getestet und gemeldet wird, geht das RKI bei den Zahlen von einer Untererfassung aus. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 220,3 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 220,7 (Vormonat: 439,2). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 12.515 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 3.34 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 10.100 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 46 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 88 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7.189.329 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.