Berlin ist als Metropole die Stadt des Glücksspiels, der Casinos und der Spielhallen. Nicht alles, was an den Spieltischen und Automaten passiert, ist legal. Vieles bleibt dennoch erlaubt. Wer eine Spielhalle betreibt, muss Vergnügungssteuer an das Land Berlin bezahlen. Und das nicht zu knapp, wie neue Zahlen jetzt zeigen.

In der Hauptstadt gibt es derzeit 130 solcher Spielhallen, wie der Senat nach einer parlamentarischen Anfrage der FDP mitteilt. Zehn von ihnen haben keine Genehmigung. Die meisten Spielhallen stehen in Neukölln (19), in Mitte (18) und in Friedrichshain-Kreuzberg (14). Die Senatsantwort ist noch nicht veröffentlicht und liegt der Berliner Zeitung exklusiv vor.

Spielhallen in Berlin: über 20 Millionen Steuergewinn in einem Jahr

Die Auflagen zum Betreiben einer Spielhalle scheinen in Berlin relativ streng zu sein. So wurden von 2020 bis jetzt allein 62 Spielhallen geschlossen. An den verbleibenden Hallen verdient Berlin ordentlich Geld. So flossen im vergangenen Jahr 20,36 Millionen Euro Vergnügungssteuer in die Staatskasse. Allein in diesem Jahr waren bis einschließlich Mai 16,52 Millionen Euro.

FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja stellte die Anfrage beim Senat und bekam die Zahlen zurück. Er ist erschrocken, dass die Berliner Regierung auf seine Anfrage hin wenig über illegales Glücksspiel mitteilt. Neben der Prävention von Spielsucht sollten die Behörden den Kampf gegen illegales Glücksspiel ausbauen, so Czaja.

Er sagte der Berliner Zeitung: „Der Senat hat keinerlei Überblick, wie viele illegale Café-Casinos in Berlin betrieben werden. Berlin sollte endlich seine angekündigte Strategie gegen diese illegalen Spielcasinos vorlegen und zügig umsetzen. Steuerfahndung und Polizei müssen hier tatkräftig unterstützt werden.“