Druid HillsIn Zukunft können die Kontaktbeschränkungen auch auf Haustiere ausgeweitet werden. Das empfehlen die „Centers for Disease Control and Prevention“, die dem amerikanischen Gesundheitsministerium unterstellt sind. Hundehalter sollen demnach beim Gassigehen ihr Tier auf mindestens zwei Meter Abstand zu Passanten halten und beliebte öffentliche Plätze meiden. Auch Katzen müssen auf Distanz gehen. Sogar Freigänger sollen nicht mehr draußen herumstreifen, sondern im Haus bleiben.

Derzeit sei nicht bekannt, welche Rolle Haustiere bei der Übertragung des Virus spielen können. Daher lautet die Devise der amerikanischen Behörde: „Behandeln Sie Haustiere wie andere Familienangehörige, die Sie vor einer möglichen Ansteckung schützen, bis wir mehr über die Auswirkungen des Virus auf Tiere wissen.“

Volker Thiel, Virologe am Institut für Virologie und Immunologie der Universität Bern und Mitglied der Covid-Taskforce, unterstützt die Empfehlung: „Social Distancing ist für Haustiere grundsätzlich so sinnvoll wie für Menschen, um sicher zu gehen, dass Haustiere das Virus nicht auf den Menschen oder andere Haustiere übertragen könnten.“ Es sei allerdings bisher kein Fall einer Übertragung von einem Haustier auf einen Menschen bekannt.

Dass die Tiere unter der Isolation leiden würden, steht für Tierpsychologin Anita Müller fest. Sie sieht das Tierwohl gefährdet: „Freigängerkatzen drehen durch, wenn man sie plötzlich wegsperrt, und können auch schon mal die Wohnung auseinandernehmen. Erklären Sie das dem Tier.“ Auch Hunde würden unter sozialer Distanzierung leiden. „Als soziale Tiere müssen sie sich mit Mensch und Artgenossen beschäftigen können“, sagt Müller. In Deutschland empfiehlt der Bund Tierhaltern, die an Covid-19 erkrankt sind, Abstand zu ihren Haustieren zu halten. Sie sollen möglichst von gesunden Personen betreut werden. Auch Katzen aus Isolationshaushalten sollen, soweit möglich, nicht ins Freie gelassen werden.